Das Bundeskabinett hat die geplante Einkommensteuerreform verabschiedet. Das Entlastungsvolumen soll laut Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) rund zehn Milliarden Euro betragen. Vor allem kleine und mittlere Einkommen sowie Familien sollen davon profitieren: „Wir entlasten Familien mit Kindern. Wir sorgen dafür, dass am Ende des Monats etwas mehr zum Leben übrigbleibt“, so Klingbeil.Nicht erwähnt hatte Lars Klingbeil, dass er an der kalten Progression mitverdienen will, also an den schleichenden, unbemerkten Steuererhöhungen. Wenn Arbeitnehmer mehr Lohn bekommen, aber das Geld wegen der Inflation nicht mehr wert ist, steigt die Steuerbelastung so dennoch. Und: Auch eine Gehaltserhöhung lohnt sich dann kaum. Üblicherweise gleicht das Finanzministerium die Einkommensteuer jährlich an die Inflation an, um diese „kalte Progression“ abzufedern. Jetzt soll es kalt bleiben. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet so mit 15 Milliarden Euro Mehreinnahmen für Klingbeil allein für 2026 und 2027. So bleiben unterm Strich fünf Milliarden Euro Mehrbelastung.Weil sich Leistung lohnen soll, meldete sich daher das ordoliberale Gewissen der Regierung in Person von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) pflichtschuldig zu Wort. Und prompt gab es Ärger.
Katherina Reiche erkennt Fehler bei der Steuerreform – oder will sie ihren Rausschmiss provozieren?
Finanzminister Lars Klingbeil belässt es bei der kalten Progression. So wird die Steuerreform zur Mehrbelastung für die Bürger. Im Kabinett regt sich kurz Widerstand.













