Es war Herbst 2019. Wir hatten uns entschieden, nicht wieder nach London zu gehen. Wir wollten reparieren helfen, was in der ungestümen Zeit der Wiedervereinigung beschädigt worden war: den Respekt gegenüber all denen, die diese Wiedervereinigung überhaupt erst möglich gemacht haben.Wir kauften den maroden, aber lebendigen Berliner Verlag und dachten, so kompliziert könne das nicht sein. Man müsse nur miteinander reden und denen mehr Raum geben, die im deutsch-deutschen Verhältnis etwas zu sagen haben.Der einen Seite dieser Gleichung fehlte schließlich die Plattform. Sie nach drei Jahrzehnten zu besetzen, schien naheliegend. Der Rest wäre Arbeit.Zumal sich neue strukturelle Herausforderungen abzeichneten. Wie viele Wissenschaftler, Künstler und Unternehmer aus Ostdeutschland hatten wir im Ausland arbeiten dürfen. Was für uns dort längst sichtbar war, blieb für die deutschen Eliten abstrakt. Darauf wollten wir hinweisen, und auf das Humankapital, das im Osten bereitliegt.So dachten wir. Wie sehr wir uns geirrt hatten.
FAZ, SPIEGEL, Süddeutsche gegen den Osten – was dieser Streit über den Westen verrät
Grünen-Papier, Poschardt, Döpfner: Warum Ostdeutschland in der Ost-West-Debatte plötzlich als Avantgarde der Republik beschrieben wird.










