Sollte die AfD die Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gewinnen und wie angekündigt weiter Stimmung gegen Zuwanderer machen, würden dort »Tausende zusätzliche Stellen unbesetzt bleiben«, warnt der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp. »Das Land würde spürbar an Wohlstand verlieren.«
In einer am Dienstag veröffentlichten Kurzstudie haben die Ökonomen aus Halle ausgerechnet, welche Folgen eine ausländerfeindliche AfD-Politik konkret hätte. Schon jetzt bewege sich Sachsen-Anhalt wegen der alternden Bevölkerung auf einen Mangel von 32.000 Beschäftigten im Jahr 2031 zu. Unter einer AfD-Regierung könne dieser Mangel auf 46.000 Menschen steigen, schätzen die Forscher. Damit könnten dem Land bis zu 3,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung entgehen.
In Sachsen-Anhalt ist die Bevölkerung so alt wie in keinem anderen Bundesland. Fast jeder dritte deutsche Beschäftigte ist 55 oder älter. Die Zahl der Erwerbstätigen wird dort in den nächsten Jahren sechsmal so schnell schrumpfen wie im deutschen Durchschnitt.
In den vergangenen Jahren habe vor allem der Zuzug von Ausländern den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt stabilisiert, schreiben die Forscher. So begannen in den vergangenen fünf Jahren 31.100 Ausländer, neu im Land zu arbeiten, darunter 6.500 Ukrainer, 4.600 Polen, 2.800 Syrer, 2.100 Inder und 1.400 Afghanen.














