Erst Ende Juli hatte das Metropolitan Museum of Art eine große Retrospektive für Designer John Galliano angekündigt, nun ist das Projekt bereits wieder abgesagt. Die für Mai 2027 geplante Ausstellung „John Galliano: Horizons“ werde nicht wie vorgesehen stattfinden, teilte das Museum am Montag gemeinsam mit dem britischen Designer mit. Damit reagierten Galliano und das Met auf eine Kritikwelle, die sich in den vergangenen Wochen gegen die Ehrung des wegen antisemitischer und rassistischer Beleidigungen verurteilten Modemachers gerichtet hatte.

Scharfe Kritik an der geplanten Ausstellung

Zu den schärfsten Kritikerinnen zählte Julie Menin, die Sprecherin des New Yorker Stadtrats. Sie bezeichnete die Entscheidung des Museums, Galliano ins Zentrum seiner wichtigsten Modeausstellung zu stellen, als „schweren Fehler“. Auch jüdische Führungspersönlichkeiten sowie Spender des Museums äußerten erhebliche Bedenken. Berichten zufolge drohten einzelne Unterstützer sogar, ihre Zuwendungen zurückzuziehen, falls die Ausstellung wie geplant umgesetzt würde.

Die Kritik entzündete sich nicht allein an Gallianos Vergangenheit, sondern an der Symbolik der geplanten Ehrung. Eine Ausstellung des Costume Institute gilt als eine der höchsten kulturellen Auszeichnungen der Modebranche. Galliano wäre erst der dritte lebende Designer nach Yves Saint Laurent und Rei Kawakubo gewesen, dem das Met eine große Einzelschau widmen wollte. Die Ausstellung sollte Entwürfe, Skizzen, Archive und Objekte aus vier Jahrzehnten zeigen – von Gallianos Abschlusskollektion am Central Saint Martins College über seine Jahre bei Givenchy und Dior bis zu seiner Arbeit für Maison Margiela.