Das Metropolitan Museum of Art in New York hat eine Entscheidung getroffen, die die Kulturwelt spaltet. Die Costume-Institute-Ausstellung „John Galliano: Horizons“ im Frühjahr 2027 wird Galliano zum erst dritten lebenden Designer machen, dem eine Einzelausstellung im Metropolitan Museum of Art gewidmet wird.Diese Entscheidung wird kontrovers diskutiert, während der Antisemitismus weltweit erneut ansteigt. Denn Galliano ist nicht nur ein Genie der Haute Couture – er ist auch ein rechtskräftig verurteilter Antisemit.
Ein Skandal, der die Mode erschütterte
Galliano war auf der Spitze des Modeolymps angekommen: Er arbeitete als Kreativdirektor von Dior, als seine Karriere 2011 nach einem Vorfall in einer Pariser Bar kollabierte. Er wurde wegen öffentlicher Beleidigung aufgrund von Herkunft und Religionszugehörigkeit verurteilt, nachdem er Gäste mit antisemitischen Beleidigungen bedacht und „Ich liebe Hitler“ gerufen hatte, während er betrunken war. Dior entließ ihn daraufhin. Es war nicht ein einzelner Ausrutscher: Früher im selben Jahr hatten ihn eine jüdische Frau und ein asiatischer Mann beschuldigt, ihnen in demselben Café Beleidigungen entgegengeschleudert zu haben. Im September 2011 wurde er für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.Die Reaktionen damals waren eindeutig. Die Schauspielerin Natalie Portman, die jüdisch ist und damals Werbegesicht für den Dior-Duft Miss Dior Chérie war, erklärte, sie sei „zutiefst schockiert“ und distanzierte sich von ihm. Das Modehaus selbst bezeichnete seine Äußerungen als „besonders abscheulich“.










