Container des Batteriegroßspeichers in Förderstedt: Schlechte Nachrichten für Unternehmen, die mit Gas Geld verdienen wollen

Vor gut 21 Monaten erschien an dieser Stelle eine Kolumne mit der Überschrift »Ein Batterie-Tsunami rollt heran«. Sie handelte von der erstaunlichen Tatsache, dass bei den deutschen Übertragungsnetzbetreibern zu diesem Zeitpunkt eine riesige Menge sogenannter Anschlussbegehren für Batteriegroßspeicher für das Stromnetz vorlag. Damals ging es um 161 Gigawatt (GW) beantragte Anschlussleistung. Die Kolumne und die zugrunde liegenden Zahlen lösten damals mancherorts große Skepsis aus (andernorts aber wurde das Thema ein paar Monate später dann aufgegriffen ).

Die Zahl der Anschlussbegehren wuchs danach rasant weiter: Allein 2025 ging es laut Bundesnetzagentur um gut 573 Gigawatt.Klar war aber immer: Diese gewaltige Zahl wird weder genehmigt noch gebaut.So wird der Strom schnell billigerJetzt zeigt sich: Der Tsunami ist trotzdem in vollem Gang. Schon bald würden wir unser Energiesystem »nicht wiedererkennen«, so kommentiert der Energiemarktexperte Tim Meyer neue, beeindruckende Zahlen der Bundesnetzagentur . Rechnet man alles zusammen, was in den Übertragungsnetzen und den Verteilnetzen an Anschlusszusagen erteilt wurde, kommt man bis zum 1. April 2026 auf insgesamt fast 80 Gigawatt Leistung und fast 200 Gigawattstunden Speicherkapazität. Und dabei wurde nur ein geringer Prozentsatz aller Anträge genehmigt. Um einmal zu verdeutlichen, was für eine gigantische Veränderung das ist: Das Wirtschaftsministerium unter dem Grünen Robert Habeck prognostizierte noch im Frühjahr 2024 Großspeicher mit 43 bis 54 Gigawatt Leistung – für das Jahr 2045! Im Jahr 2026 sind nun 80 Gigawatt genehmigt. Mit anderen Worten: Selbst Leute, die an diese Technologie glauben, haben ihr rasantes Wachstum dramatisch unterschätzt.