Eine Fähre mit mehr als 260 Menschen an Bord ist vor Nordzypern in offenbar stürmischer See in Not geraten. Die Küstenwache und Rettungsteams seien im Einsatz, sagte der nordzyprische Verkehrsminister Erhan Arikli der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.Kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) drang demnach Wasser in die Fähre ein, und es wurde ein Notruf abgesetzt. Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden.Arikli sagte türkischen und zyprischen Medien wie „Cyprus Mail“, dass sich insgesamt 267 Personen auf der Fähre befänden, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die Fähre sei auf dem Weg in das südtürkische Mersin gewesen. Die See war Medienberichten zufolge stürmisch. Schwerer Sturm traf Zypern am Samstag Von den Menschen an Bord seien bislang 159 gerettet worden, sagte der Bürgermeister der Stadt Kyrenia, Murat Senkul, dem Fernsehsender CNN Türk. Er sprach von insgesamt 258 Passagieren auf dem Schiff. Auf Bildern der Agentur Reuters ist zu sehen, wie Überlebende in Kyrenia ankommen.Bereits am Samstag hatte ein schwerer Sturm Teile Zyperns getroffen, ein Menschenleben gefordert und Boote vor der Südostküste der Insel in Not gebracht. Eines davon wurde von hohen Wellen gegen die Felsen gedrückt und sank. Wie der zyprische öffentlich-rechtliche Rundfunk RIK unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurde die Leiche des Bootsführers an einem felsigen Küstenabschnitt am Kap Greco gefunden.In der Nähe rettete ein Hubschrauber des zyprischen Zivilschutzes einen weiteren Menschen aus der stürmischen See, wie zyprische Medien berichteten.Auch abseits der Küste führte das Unwetter zu zahlreichen Problemen. In verschiedenen Teilen der Insel liefen Straßen und Gebäude mit Wasser voll, Bäume stürzten um, es kam zu Erdrutschen und Stromausfällen. Die Feuerwehr erhielt zahlreiche Notrufe wegen Unwetterschäden.Die meisten Einsätze gab es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers im Raum der Hauptstadt Nikosia. Ein Blitz traf einen Mann. Er wurde nach Angaben von Ärzten verletzt, er sei jedoch außer Lebensgefahr, berichtete der zyprische Rundfunk.Das Unwetter beeinträchtigte auch den Flugverkehr der Flughäfen Larnaka und Pafos. Nach Angaben der Betreiberfirma Hermes Airports mussten am Samstagvormittag elf Flüge auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Flüge seien jedoch nicht gestrichen worden, sagte Hermes-Airports-Direktorin Maria Kouroupi.Nachdem sich das Wetter gebessert hatte, kehrten die vorübergehend umgeleiteten Flugzeuge nach Zypern zurück. (dpa, AFP, Reuters)