StartseiteUnternehmenAuto Volkswagen: Olaf Lies will Eskalation im VW-Aufsichtsrat abwenden Volkswagen steuert auf einen Streit im Aufsichtsrat zu: Olaf Lies fordert eine tragfähige Sanierung – ohne einseitige Werksschließungen.

Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen, fordert eine einvernehmliche Lösung für die Krise von VW. Foto: REUTERSVor der Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen dringt Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies auf eine einvernehmliche Lösung zur Sanierung von Europas größtem Autobauer. Das Land Niedersachsen habe als Anteilseigner Angebote und Vorschläge für solche Gespräche gemacht, sagte der SPD-Politiker am Freitagabend vor Journalisten. „Wir haben als Land eine klar kommunizierte Haltung und Position zu ganz wesentlichen Punkten im Sinne der Beschäftigten und der betroffenen Regionen“, betonte er. Gleichzeitig wisse er aber um den dringenden Handlungsbedarf für das Unternehmen. „Ich bin überzeugt, dass es gelingen muss, hier eine gemeinsame, tragfähige Lösung zu finden.“Hintergrund ist, dass das Unternehmen auf eine Eskalation in der Aufsichtsratssitzung am 4. September zusteuert. Vorstand, Arbeitnehmer und Land haben jeweils eigene Konzepte zur Sanierung des Konzerns vorgelegt – und es gibt den Vorwurf, dass der Vorstand Gespräche verweigere. Zumindest Teile des VW-Vorstands beharren auf einem radikalen Sparkonzept, das auch die Schließung von Werken in Niedersachsen und anderen Bundesländern vorsieht. Insgesamt sollen die Kapazitäten in den Konzernwerken in Europa um 500.000 Fahrzeuge jährlich gesenkt werden.Das Land Niedersachsen als Anteilseigner bei VW und die Arbeitnehmer kritisieren dagegen, dass der Vorstand nur auf Sparen setze und keine Ideen für eine bessere Auslastung der Werke vorlege. „Ich plädiere sehr dafür, die verbleibende Zeit bis zur nächsten Sitzung zu nutzen, um die unterschiedlichen Positionen zusammenzuführen“, mahnte Lies.Rettung von Volkswagen Ohne das Land Niedersachsen kann die Sanierung von VW nicht gelingen Dank VW-Gesetz kann Niedersachsen wichtige Entscheidungen im Konzern blockieren. Nur eine Hintertür gibt es: die persönliche Haftung der Aufsichtsräte. von Annina ReimannZugleich appellierte der SPD-Politiker auch in Richtung Bundesregierung, die Probleme bei dem Autokonzern ernster zu nehmen. Für ihn als Ministerpräsidenten sei klar, dass Volkswagen „viel mehr als nur die Summe von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen“ sei. „Volkswagen trägt mit seinen Standorten in Niedersachsen und Deutschland, mit Zehntausenden Beschäftigten und ihren Familien, mit Zulieferern und Dienstleistern eben auch eine enorme gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung“, mahnte Lies.Bisher sei immer die Stärke gewesen, dass bei VW wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung zusammengeführt werden konnten. „Daran sollte sich auch die jetzt zu findende Lösung messen lassen.“Lies, aber auch der Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag, Sebastian Lechner (CDU), fordert von der Bundesregierung unter anderem, für EU-Einfuhrzölle auf importierte Hybrid-Autos aus China zu sorgen. Beide beklagen einen unfairen Wettbewerb, der VW und anderen Autoherstellern in Europa schade. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte bisher in der EU eine härtere Handelspolitik gegenüber China verhindert. Allerdings hatte Kanzler Friedrich Merz schon vor der Sommerpause eine härtere Gangart angekündigt. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick