Charlottenburg, ein Nachmittag im Spätsommer vor der Wahl. Die Sonne fällt schräg auf die Wilmersdorfer Straße, irgendwo klappern Kaffeetassen, ein Fahrrad klingelt. Charlottenburg-Wilmersdorf zählt 343.625 Einwohner, so viele wie kaum je zuvor, und gilt seit jeher als bürgerlicher Bezirk mit vergleichsweise günstiger Sozialstruktur.Fast die Hälfte der Menschen hier, 47,3 Prozent, hat eine Migrationsgeschichte – die größten Gruppen kommen aus der Türkei, der Ukraine und Polen.Im Juli 2026 waren in Charlottenburg-Wilmersdorf 16.490 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 9,6 Prozent und lag damit unter dem Berliner Durchschnitt von 10,4 Prozent.
Sammelwahnsinn
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Wer 2025 im Bezirk eine Wohnung suchte, musste im Median mit 19,17 Euro Nettokaltmiete je Quadratmeter rechnen. Charlottenburg-Wilmersdorf war damit nach Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg der drittteuerste Berliner Bezirk. Der Berliner Durchschnitt lag bei 15,78 Euro. Eine angebotene 70-Quadratmeter-Wohnung kostete demnach rechnerisch rund 1342 Euro kalt im Monat, so der IBB-Wohnungsmarktbericht 2025.Der Altersdurchschnitt liegt bei 45,2 Jahren, der zweithöchste Wert unter allen Berliner Bezirken. Man sieht es an diesem Nachmittag: mehr graue Schläfen als anderswo, mehr Zeit für ein Gespräch zwischendurch.









