Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus, und noch nie in den vergangenen Jahren wirkte der Ausgang so offen. In den aktuellen Umfragen liegen Linke und CDU dicht beieinander. Mal liegt die eine vorn, mal die andere Partei. Während die AfD in manchen Erhebungen bereits auf Platz eins oder zwei steht – ein Bild, das es in dieser Form für die Hauptstadt noch nicht gab.
Wir stehen an Wahlständen, setzen uns in Cafés
Rund 2,5 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Und viele von ihnen, das zeigen Gespräche quer durch die Stadt, wissen bis heute nicht, wo sie ihr Kreuz setzen werden. Die Berliner Zeitung fährt deshalb in den kommenden Wochen, bis zum 12. September, durch alle zwölf Bezirke der Stadt – von Spandau bis Marzahn-Hellersdorf, von Neukölln bis Pankow, von Charlottenburg-Wilmersdorf bis Lichtenberg. Wir stehen an Wahlständen, setzen uns in Cafés und auf Parkbänke, um zu hören, was die Menschen bewegt: Wo drückt der Schuh am meisten? Was erhoffen sie sich von der Politik, und was haben sie längst aufgegeben, zu erwarten? Jeder Bezirk bekommt seine eigene Geschichte – und doch ergibt sich am Ende, Stück für Stück, ein Gesamtbild dieser Stadt kurz vor der Entscheidung.Zwölf Bezirke, das heißt auch: zwölf sehr unterschiedliche Ausgangslagen. Spandau und Reinickendorf gelten traditionell als bürgerlich-konservativ geprägt, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow eher als links-grünes Terrain. Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg sind Bezirke, in denen die AfD seit Jahren überdurchschnittlich stark abschneidet. Doch diese vertrauten Zuschreibungen geraten in diesem Wahlkampf ins Wanken.











