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Eltern mehrerer Kinder wissen, dass jede Familienerweiterung neue Herausforderungen mit sich bringt. Beim ersten Kind ist man ohne jede Vorübung für ein Wesen verantwortlich, das viele, dringende Bedürfnisse hat, die es nicht verbal äußern kann. Beim zweiten Kind müssen Mütter nicht mehr nur ein Neugeborenes stillen, sondern gleichzeitig das Geschwisterkind beispielsweise davon abhalten, Ohrstöpsel zu essen.

Mehrere Studien geben Hinweise darauf, dass das Gehirn der Mutter schon während der ersten Schwangerschaft umgebaut wird. Auf MRT-Aufnahmen von Müttergehirnen konnte das Team um die Neurowissenschaftlerin Elseline Hoekzema wiederholt zeigen: In einigen Hirnregionen nimmt das Volumen der grauen Substanz in der Schwangerschaft ab. Was nicht bedeutet, dass Mütter dümmer werden. Hoekzema und ihr Team vermuten, dass es sich um eine Spezialisierung handelt, mit der sich das Gehirn effizient auf die kommende Mutterrolle einstellt. Auf den MRT-Aufnahmen, die das Forscherteam von den Gehirnen nach der Schwangerschaft machte, konnte sie vor allem Veränderungen in Netzwerken nachweisen, die an sozialer Wahrnehmung und Perspektivübernahme beteiligt sind. In einer Nachuntersuchung waren die Veränderungen selbst sechs Jahre nach der Geburt noch zu sehen – wenn auch weniger ausgeprägt als kurz nach der Schwangerschaft.