Mit den Ideen des „Gänsevaters“ Konrad Lorenz an die Spitze der Hirnforschung? Der junge Verhaltensforscher Johannes Kohl, 42, der in Magdeburg studiert hat und mittlerweile in London tätig ist, hat genau das geschafft. Allerdings nicht mit Gänsen, sondern mit Mäusen. An ihnen untersucht Kohl bis ins Kleinste, wie sich das Gehirn verändert, wenn man schwanger und Eltern wird, wie Stress, Hunger, Pubertät und Hormone die molekularen Schaltkreise im Gehirn beeinflussen. In dieser Woche wird „Jonny“ Kohl auf dem internationalen Kongress der Neurowissenschaften, FENS, in Barcelona seine jüngste von mittlerweile zahlreichen Auszeichnungen erhalten: den mit 100.000 Euro dotierten Eric Kandel Young Neuroscientists Prize, der alle zwei Jahre vergeben wird.