PfadnavigationHomeSportFußballFangruppe„Widerwärtig, verachtenswert“ – St.-Pauli-Ultras machen Gewalt in eigenen Reihen öffentlichStand: 05:36 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Südkurve im Millerntor-Stadion: Hier steht die aktive Fanszene bei HeimspielenQuelle: Christian Charisius/dpaDie „Ultràs Sankt Pauli“ schildern heftige Vorfälle innerhalb ihrer Fangruppe. Es geht um „sexualisierte, physische und psychische Gewalt“ sowie „Machtmissbrauch“. Die Ultras übernehmen Verantwortung und ziehen erste Konsequenzen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie Fangruppe „Ultrà Sankt Pauli“ hat Übergriffe in den eigenen Reihen öffentlich gemacht und mehrere Fans des Fußball-Zweitligisten lebenslang aus der eigenen Vereinigung ausgeschlossen. In der Mitteilung der Ultras ist die Rede von „unterschiedlich gelagerten Fällen sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt“ sowie von „Machtmissbrauch“.Die Fangruppe verurteilte die Vorfälle scharf, nannte aber keine Details zu einzelnen Taten. „Jede einzelne dieser Taten verurteilen wir auf das Schärfste. Sie sind widerwärtig, verachtenswert, machen uns fassungslos und unendlich wütend. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für ein solches Verhalten“, hieß es. Man übernehme „die Verantwortung dafür, dass Mitglieder unserer Gruppe diese Taten begangen haben“.Lesen Sie auchDie „Ultràs Sankt Pauli“ sind nach eigener Beschreibung die einflussreichste und größte Gruppe in der aktiven Fanszene des FC St. Pauli. Von den massiven Vorwürfen habe man während der Sommerpause erfahren. „Obwohl wir diese Personen teils über viele Jahre hinweg gekannt und mit ihnen unzählige gemeinsame Stunden verbracht haben, konnten wir nicht verhindern, dass sie zu Tätern werden“, heißt es in der umfangreichen Erklärung.Ultras: Fan-Umfeld „begünstigt übergriffiges Verhalten“Welche strafrechtlichen Konsequenzen die Fälle möglicherweise haben und wie der Verein darauf reagiert, ist noch nicht bekannt. Die St.-Pauli-Ultras räumten jedoch offen ein: „Uns ist bewusst, dass wir als Ultràgruppe in einem Umfeld agieren, das strukturell auf der einen Seite übergriffiges Verhalten begünstigt und auf der anderen Seite dessen Aufarbeitung sowie Aufklärung erschwert.“Konkret heißt es über die Fan-Strukturen: „Leistungsgedanke und Loyalität, aber auch Machtunterschiede und ein kritikwürdiges Männlichkeitsverständnis spielen in dieser Subkultur eine zentrale Rolle – auch in einer progressiven und linken Ultràgruppe wie unserer.“ Die interne Analyse der Fälle habe gezeigt, „dass wir hier strukturelle Defizite und blinde Flecken haben, wodurch Schaden verursacht und Vertrauen verletzt wurde“.luwi/dpa