Waldbrände bedrohen im Sommer 2026 Bordeaux. Einhundertfünfzig Kilometer nördlich aber ist alles friedlich. Ein Julitag in einem Dorf der Region Charente-Maritime an der französischen Atlantikküste. Feigenbäume, Stockrosen, pastellgrüne Fensterläden. Hier liegt das Landhaus von Rachel Cusk, in das sie flieht, wenn ihr Paris zu eng wird. Auch aus Protest gegen den Brexit zog Cusk 2021 nach Frankreich. Cusk gilt als eine der umstrittensten Schriftstellerinnen Großbritanniens. Bekannt wurde sie mit einem autobiografischen Buch, Lebenswerk, das die idealisierte Vorstellung von Mutterschaft zerschlug. Ihre Romane sind geprägt von einem präzisen, nüchternen Stil und der Frage, was es bedeutet, als Frau zu leben. Anfang September erscheint ihr jüngster Roman Das Leben der M. Zum Interview rollt sie auf einem E-Bike heran. In das Gespräch krakeelt immer wieder ein Hahn hinein. Cusk lacht darüber.
»Überall wird die Uhr des Feminismus zurückgedreht«
Die Schriftstellerin Rachel Cusk steht für eine radikal weibliche Stimme. Ein Gespräch über die Befreiung von der Familie, moderne Weiblichkeit und den Wunsch, künstliche Intelligenz auszutricksen.











