Kanzler Merz sollte den Rotstift in der EU zuallererst bei den Agrarsubventionen ansetzen. Auch ohne sie würden genügend Lebensmittel produziert.

Mohnblumen am Ackerrand sind oft Teil eines Blühstreifens

Martin Wagner/inago

D ie EU könnte durchaus einige hundert Milliarden Euro in ihrem Finanzrahmen für die Jahre 2028 bis 2034 einsparen. So wie das Bundeskanzler Friedrich Merz und die Regierungschefs fünf weiterer Nettozahlerländer jetzt gefordert haben. Die verlangte Summe ließe sich durch den Abbau nur eines Postens erreichen: der mindestens 300 Milliarden Euro für die Agrarsubventionen. Diese etwa 15 Prozent des Haushaltsentwurfs sind nicht notwendig, um die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln in der EU zu garantieren.

Ähnlich argumentieren Agrarökonomen immer wieder. Schon weil Brüssel die wichtigste Subventionsart keinesfalls dafür zahlt, dass Bauern Lebensmittel produzieren. Stattdessen werden die „Direktzahlungen“ vor allem dafür überwiesen, dass ein Agrarbetrieb landwirtschaftlich nutzbare Fläche zur Verfügung hat. Sie werden pro Hektar, nicht pro Kilogramm Kartoffel oder Weizen berechnet. Auch wer auf dem Acker zum Beispiel Mais für die Biogas-Anlage anbaut, bekommt Geld aus Brüssel.