In seiner Geburtsstadt zeigte sich der Milliardär Klaus-Michael Kühne gern als Stifter und Mäzen. Seine Steuern aber zahlt er er doch lieber anderswo.

Der Unternehmer und Mäzen Klaus-Michael Kühne ist tot, in Hamburg sind Fahnen auf Halbmast gesetzt

Christian Charisius/picture alliance/dpa

E in Fußballbundesligist, ein Opernhaus, eine Privatuniversität. Ein Konzerthaus, eine Reederei, natürlich ein Luxushotel. Und den Wolkenkratzer nicht zu vergessen! Wobei der Elbtower seit bald drei Jahren nur halb fertig vor sich hin modert. Aber jedenfalls: Der Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne hatte in seiner Geburtsstadt Hamburg fast überall seine Finger im Spiel. Dass auf Kühnes Tod am Montag emotionale Reaktionen folgten, ist also gar nicht so verwunderlich.

Da lud der Bürgermeister wenige Stunden nach dem Tod des 89-Jährigen die Presse zu einem Statement (ohne Nachfragen!) ins Rathaus, um den Verlust des „Unternehmers, Stifters und Mäzens“ zu beklagen; da würdigen sie vom Volksparkstadion am Rande der Stadt bis hinein ins wirtschaftliche, politische und kulturelle Machtzentrum zwischen der Hapag-Lloyd-Zentrale an der Binnenalster, dem Rathaus und dem Rand der Hafencity, wo die von ihm finanzierte neue Staatsoper entstehen soll, dessen „großes persönliches Engagement“.