Der Tod des Kriegsverbrechers Mladić sorgt für heftige Reaktionen. Von einer Entspannung der Lage in Bosnien und Herzegowina kann keine Rede sein.

Starb im Gefängnis: der ehemalige bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladić

Jerry Lampen/Pool via AP/picture alliance

Der Tod des zu lebenslanger Haft verurteilten Generals Ratko Mladić hat in Serbien und in der bosnischen Republika Srpska heftige Reaktionen ausgelöst. Regierungsnahe Medien in Belgrad feierten ihn als „ewigen Befehlshaber“ und unerschrockenen Verteidiger des serbischen Volkes. Mladić war am Donnerstag im UN-Haftkrankenhaus in Den Haag gestorben.

In Banja Luka und anderen Städten der Republika Srpska kam es nach Mladić’ Tod zu Solidaritätsbekundungen. So lautet eine der Forderungen, Straßen nach ihm zu benennen. Der „Held des serbischen Volkes“ wird als historischer Feldherr beschrieben und ist das Symbol der Republika Srpska und ihres Selbstverständnisses. Mit seinem gewaltvollen Agieren hat er tatsächlich diesen Teilstaat erst möglich gemacht. Doch dass in diesem Teil Bosnien und Herzegowinas die Mehrheit der Bevölkerung vor dem Krieg keineswegs aus Serben bestand, wird von vielen Serben ausgeblendet.