Verurteilt wurde Mladić wegen der Belagerung Sarajevos und den Menschheitsverbrechen in Srebrenica. Bis zuletzt zeigte er keine Reue.

Der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher und ehemalige General Ratko Mladić ist tot. Aufnahme von 1993

Chris Helgren/reuters

Ratko Mladić ist tot. Der Mann, dessen Name wie kaum ein anderer mit dem Bosnienkrieg verbunden ist, starb am 27. August 2026 in Den Haag. Er wurde 84 Jahre alt. Bis zuletzt saß er in der UN-Haftanstalt Scheveningen eine lebenslange Strafe ab. Der Schlächter des Balkan war verurteilt wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Bis zuletzt hat er seine Taten nicht bereut. Am Tag seiner endgültigen Verurteilung versuchte er das Gericht ins Lächerliche zu ziehen. Der in Kalinovik geborene Mladić – 60 km südlich von Sarajevo – war seit seiner Kindheit mit dem Militär verbunden. Er war kein politischer Außenseiter, als der Krieg in Bosnien und Herzegowina begann. Nach dem Zerfall Jugoslawiens stieg er zum Oberkommandierenden des Heeres der serbischen Armee in Kroatien und Bosnien auf. Von 1992 an war er der mächtigste militärische Akteur auf serbischer Seite. Und er steht für die Politik der sogenannten ethnischen Säuberungen.