Die Zahl der Toten nach der Sturzflut am Himalaja hat sich auf nahezu 400 erhöht. Wie die nepalesische Polizei mitteilte, wurden bis zum Abend 389 Leichen geborgen. In Tibet kamen nach Angaben der chinesischen Behörden drei Menschen ums Leben.Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, Helfer suchten in den Schlammmassen weiterhin nach insgesamt mehr als 1400 Vermissten. Demnach gelten in Nepal 910 Personen als vermisst, darunter 517 ausländische Touristen. In Tibet werden nach Angaben der chinesischen Staatsmedien 558 Menschen vermisst, darunter 260 Ausländer.
Zu den Vermissten gehören nach bisherigem Stand mindestens acht Deutsche. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, den deutschen Botschaften in Kathmandu und Peking seien Berichte über deutsche Staatsangehörige bekannt, »die sich in der Region aufgehalten haben sollen und nach dem Unglück noch nicht erreicht werden konnten«. Die Botschaften stünden mit den Familienangehörigen und den örtlichen Behörden in engem Kontakt und kümmerten sich »intensiv um belastbare Informationen zum Verbleib deutscher Staatsangehöriger und Kontaktaufnahme zu diesen«.
Das US-Außenministerium in Washington erklärte, nach der Sturzflut würden 90 US-Staatsangehörige vermisst.Internationale Nothilfe ist angelaufenNach einem mutmaßlichen Gletscherabbruch war am Mittwoch eine riesige Sturzflut aus Wasser und Schlamm fast 170 Kilometer weit durch Nepal geströmt und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Überlebende berichteten von dramatischen Szenen. »Alles ist vorbei«, sagt ein Zollbeamter, der per Hubschrauber aus der überschwemmten Stadt Timure gerettet wurde. Die ganze Stadt sei von der Sturzflut aus Schlamm, Geröll und Wasser vernichtet worden, »90 Prozent« der Bewohner seien tot, sagte der 35-Jährige. »Es ist ein riesiger Friedhof. Nur Sand und blutbeschmierte Kiesel sind noch übrig.«










