Die Erderwärmung führt zum Abschmelzen der Gletscher. Damit steigt das Risiko von Katastrophen wie jetzt in Nepal, sagt der Glaziologe Donovan Dennis.
Eine Drohnenaufnahme zeigt den schlammbedeckte Ort Trishuli und den gleichnamigen Fluss nach der Sturzflut
Navesh Chitrakar/reuters
taz: Herr Dennis, kann man jetzt schon eine seriöse Aussage dazu machen, welchen Anteil der Klimawandel an der Katastrophe von Nepal hat?
Donovan Dennis: Bei einzelnen Ereignissen ist es immer schwer zu sagen: Das war eine direkte Folge des Klimawandels. Es ist auch noch nicht vollständig geklärt, was genau passiert ist, viele Messdaten sind mit den Messstationen verloren gegangen. Nach dem, was wir auf Satellitenbildern sehen, hat sich offenbar ein Teil eines Gletschers aus einem höher gelegenen Bereich gelöst und ist ins Tal gestürzt. Der Aufprall hat dann wohl einen größeren Felssturz ausgelöst, der ein Fluss blockierte. Das Wasser staute sich und floss dann mit einem Schwall ab. Dieses Szenario gleicht dem Gletscherbruch im Schweizer Lötschental, als der Fluss Lonza Teile eines Dorfes zerstört hatte.










