Hendrik Holt gilt als einer der dreistesten Investmentbetrüger der vergangenen Jahre. Er hatte angeblich existierende Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab und drei ausländische staatliche Energiekonzerne um rund zehn Millionen Euro betrogen. 2022 wurde er unter anderem deswegen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Nun ist Holt auf der Flucht.

Er sei nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt Berlin zurückgekehrt, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. »Mittlerweile liegen Tatsachen vor, aufgrund derer von einer Flucht auszugehen ist«, sagte ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die »Hannoversche Allgemeine Zeitung« (HAZ) berichtet.Nach dem 36-jährigen Holt wird nun gefahndet, sagte der Sprecher. Details könne er aber wegen der laufenden Ermittlungen nicht nennen. Klar ist demnach nur, dass der aus dem emsländischen Haselünne stammende Holt am Dienstag nicht von einem Freigang des offenen Vollzugs Berlin zurückkam.

Holt ist 2022 vom Landgericht Osnabrück in mehreren Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt worden. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung, Urkundenfälschung.Holt, über den es auch eine ARD-Doku gibt (»Holt – Der Windkraft-Schwindler«), hatte unter anderem angeblich existierende Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.