PfadnavigationHomeOut of HomePanoramaHendrik Holt auf der FluchtMillionenbetrüger nach Freigang verschwunden – „Liebesgrüße aus Moskau“, schreibt er auf InstagramStand: 16:05 UhrLesedauer: 3 MinutenHendrik Holt: Der 36-Jährige verbüßt eine achtjährige Haftstrafe wegen Betrugs mit frei erfundenen WindparkprojektenQuelle: Friso Gentsch/picture alliance/dpaEin genehmigter Ausgang endete für Hendrik Holt offenbar mit der Flucht: Der Windparkbetrüger kehrte nicht in den offenen Vollzug zurück. Nun fahnden die Behörden nach dem 36-Jährigen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDer verurteilte Windparkbetrüger Hendrik Holt ist auf der Flucht. Der 36-Jährige kehrte nach einem genehmigten Ausgang nicht in die Berliner Justizvollzugsanstalt zurück. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück bestätigte den Vorgang der „Märkischen Allgemeinen“ und leitete nach eigenen Angaben Fahndungsmaßnahmen ein.Holt hatte am Dienstag, 25. August, die Haftanstalt im Rahmen eines genehmigten Ausgangs verlassen. Er befand sich zuletzt im offenen Vollzug. Dort durfte er die Justizvollzugsanstalt tagsüber verlassen, musste aber am Abend zurückkehren. Das tat er offenbar nicht.Lesen Sie auch„Mittlerweile liegen Tatsachen vor, aufgrund derer von einer Flucht auszugehen ist“, erklärte die Staatsanwaltschaft Osnabrück gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“. Zu den näheren Umständen machte die Behörde zunächst keine Angaben. Die notwendigen Fahndungsmaßnahmen seien „selbstverständlich bereits von hier aus eingeleitet worden“.Von seinem nicht öffentlichen Instagram-Account veröffentlichte Holt einen Beitrag mit den Worten: „Liebesgrüße aus Moskau. Schön hier.“Millionenbetrug mit erfundenen WindparksHolt war 2020 im Berliner Hotel Adlon festgenommen worden. Gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern soll er internationalen Energiekonzernen frei erfundene Windparkprojekte angeboten und dafür Millionenbeträge kassiert haben. Unter anderem soll er angeblich existierende Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft haben, die in Wahrheit gar nicht existierten. Zudem soll er ausländische Diplomaten bestochen haben, um sich mit einem Diplomatenpass vor deutschen Strafverfolgern zu schützen.Über den Fall berichtet auch die ARD-Dokumentation „Holt – Der Windkraft-Schwindler“. 2022 verurteilte das Landgericht Osnabrück Holt in mehreren Verfahren wegen bandenmäßigen Betrugs, Bestechung und Urkundenfälschung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren.Zuletzt sorgte Holt erneut im Zusammenhang mit dem Flughafen Rostock-Laage für Schlagzeilen. WELT hatte recherchiert, dass er den Kauf des Flughafens offenbar Mitte 2025 aus dem Gefängnis heraus über Mittelsleute mitsteuerte. Offiziell trat die Firma Crisp Partners als Käufer auf. Auf dem Gelände sollten unter anderem großflächig Solaranlagen entstehen.Lesen Sie auchDer vereinbarte Kaufpreis lag bei 3,1 Millionen Euro. Nach WELT-Recherchen wurde davon allerdings nur ein Teil gezahlt. Zudem gibt es Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen 181.144,87 Euro, die auf das Privatkonto von Holts Ehefrau Jana überwiesen worden waren, und der später gezahlten Anzahlung für den Flughafen. Die Vorwürfe und Hintergründe sind Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen.Holt hatte gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“ bestritten, den Flughafen gekauft zu haben. Er kündigte eine Versicherung an Eides statt an. Diese liegt nach Angaben der Zeitung bislang nicht vor.Nun ist Holt verschwunden. Nach Angaben der „Märkischen Allgemeinen“ ist er seit seinem genehmigten Ausgang am Dienstag, 25. August, nicht mehr erreichbar. Auch das Telefon des sogenannten Holt Family Office scheint demnach nicht mehr besetzt zu sein. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück geht von einer Flucht aus und fahndet nach dem 36-Jährigen.ceb mit dpa