Beteigeuze, international auch Betelgeuse genannt, ist einer der größten Sterne des Universums. Vor allem seine deutlich sichtbaren Helligkeitsschwankungen haben der Wissenschaft immer wieder neue Rätsel aufgegeben. Ende 2019 und Anfang 2020 wurde der riesige Stern sichtbar schwächer. Viele vermuteten daraufhin, dass eine Supernova kurz bevorstehen könnte. Dazu ist es bisher nicht gekommen und die Forscher sind inzwischen weniger überzeugt, dass die Explosion unmittelbar bevorsteht. Trotzdem bleibt Beteigeuze weiterhin Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Untersuchungen. Mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) sind jetzt beeindruckende neue Aufnahmen gelungen, die ein detailliertes Bild seiner Oberfläche zeigen.

ALMA-Teleskop nimmt Beteigeuze ins Visier

Beteigeuze liegt etwa 600 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er zählt zu den nächstgelegenen roten Überriesen und hat einen Radius, der etwa 800-mal so groß ist wie der der Sonne. Aufgrund seiner enormen Größe kann das ALMA-Teleskop Strukturen in seiner Atmosphäre auflösen, die bei den meisten anderen Sternen verborgen bleiben. Die Anlage befindet sich in den nordchilenischen Atacama-Wüste und wird von der Europäische Südsternwarte (ESO) gemeinsam mit internationalen Partnern betrieben. Die neuen Beobachtungen entstanden im Jahr 2023. Sie zeigen eine Atmosphäre mit einer durchschnittlichen Temperatur von rund 2300 Kelvin sowie mindestens zwei heißere Regionen im Nordosten und Südwesten der Sternscheibe. Der hellste Hotspot ist bis zu etwa 800 Kelvin heißer als das umgebende Gas.