Ein Team von Planetenforscher:innen hat tief unter der Marsoberfläche eine ausgedehnte thermische Abweichung entdeckt. Der Mantel des Planeten ist in der südlichen Hemisphäre um 200 bis 400 Grad Celsius heißer als in der nördlichen Hälfte, wie in einer jüngst im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie zu lesen ist.Anzeige

Diese Hitzeschicht liefert ein neues Erklärungsmodell für die sogenannte Mars-Dichotomie. Dabei handelt es sich um den Umstand, dass der Norden des Planeten aus flachen Ebenen besteht, während der Süden von hochgelegenen Kraterlandschaften geprägt ist.

Gezeitentomografie wertet Tracking-Daten der NASA aus

Um in das Innere des Planeten zu blicken, nutzte das Team um den Planetenforscher Nick Wagner von der US-amerikanischen Brown University im Bundesstaat Rhode Island einen als Gezeitentomografie bekannten Ansatz. Die Wissenschaftler:innen analysierten dafür die Tracking-Daten der drei Raumsonden Mars Global Surveyor, Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa aus den vergangenen 16 Jahren.Anzeige

Dabei maßen sie die minimalen gravitativen Abweichungen des Mars während seiner Umlaufbahn um die Sonne. Die resultierenden Daten offenbarten Asymmetrien, die sich um bis zu 300 Prozent von den Werten unterscheiden, die bei einem völlig kugelsymmetrischen Planeten zu erwarten wären.