Bislang nahm die Wissenschaft an, dass der sonnennächste Planet aufgrund seines extrem schwachen Magnetfelds im Gegensatz zur Erde keine stabilen Strahlungsgürtel ausbilden kann. Wie in einer im Wissenschaftsmagazin Nature Astronomy veröffentlichten Studie zu lesen ist, haben Forscher:innen der US-amerikanischen University of Michigan und der University of California aus Berkeley soeben jedoch genau das Gegenteil bewiesen.Anzeige

Für diese Erkenntnis schickte das Team keine neue Hardware ins All, sondern wertete historische Daten der Raumsonde Messenger der US-Weltraumbehörde Nasa aus, die den Planeten zwischen 2011 und 2015 umkreiste. Die Wissenschaftler:innen analysierten in akribischer Detailarbeit gezielt Störsignale der an Bord befindlichen Neutronen- und Gammastrahlenspektrometer.

Diese Instrumente erfassten eigentlich Röntgenstrahlen, die entstanden, wenn die Metallhülle der Sensoren von erhöhter Strahlung getroffen wurde. Durch das systematische Herausfiltern dieser winzigen Störgeräusche im generellen Rauschen der Daten machten die Fachleute die bislang verborgenen Strukturen überhaupt erst sichtbar.Anzeige

Die dynamischen Strahlungsgürtel am Merkur

Der komplexe Mechanismus hinter diesem Phänomen hängt entscheidend mit der extrem elliptischen Umlaufbahn des Himmelskörpers zusammen. Befindet sich der Planet am sonnenfernsten Punkt, dem Aphel, nimmt der physikalische Druck des ansonsten extrem starken Sonnenwinds deutlich ab.