Die neuesten EntwicklungenDie Sturzflut von Nepal: Eine Person aus der Schweiz und acht Deutsche unter den VermisstenInnerhalb weniger Minuten reissen Wasser, Geröll und Eis alles in der Grenzregion zwischen China und Nepal mit sich. Mehr als 160 Menschen sterben, mehr als 1300 werden vermisst. Die wichtigsten Antworten zur Katastrophe im Himalaja-Tal.27.08.2026, 10.40 Uhr3 LeseminutenDie Sturzflut hinterlässt auch in Trishuli im nepalesischen Distrikt Nuwakot Schlamm und Zerstörung.ReutersDie neuesten EntwicklungenNach der Sturzflut in Nepal wird auch eine Person aus der Schweiz vermisst. Wie die nepalesische Tourismusbehörde am Donnerstag (27. 8.) mitteilte, bestehe zu einem Schweizer sowie acht Deutschen keinen Kontakt mehr. Ihr Schicksal ist unklar. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat die Angaben bisher nicht bestätigt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.InhaltsverzeichnisWas ist passiert?Wer wird vermisst?Wie konnte es zu der Katastrophe kommen?Was tun die Helfer?Was ist passiert?Am Mittwoch (26. 8.) hat sich eine riesige Welle aus Wasser, Eis und Geröll das Bhotekoshi-Tal im Himalaja in der Grenzregion zwischen China und Nepal hinabgewälzt. Bilder von Überwachungskameras zeigen, wie Reisebusse und Lastwagen davon mitgerissen werden, als wären sie Spielzeuge. Auf der chinesischen Seite des Grenzübergangs Gyirong rennen Menschen um ihr Leben und werden weggespült.Spätere Drohnenbilder zeigen totale Verwüstung. Die chinesische Regierung spricht von «schweren Personenschäden und Vermissten», die nepalesische Polizei von mindestens 165 Toten. Viele wurden offenbar viele Kilometer flussabwärts an der Grenze zu Indien entdeckt. Manchmal fanden die Helfer nur noch einzelne Leichenteile. Mindestens 1300 Personen werden auch am Tag danach noch vermisst. Unter ihnen sollen laut den nepalesischen Behörden mindestens 800 Touristen sein. Auch sechs Wasserkraftwerke sind beschädigt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters fallen in Nepal dadurch 12 Prozent der gesamten Kapazität zur Stromerzeugung aus.Wer wird vermisst?Insgesamt werden laut offiziellen Angaben mehr als 1300 Personen vermisst, darunter 644 Touristen. Eine grosse Zahl der vermissten Touristen in der Region waren hinduistische Pilger aus Indien und Nepal, die zum heiligen Berg Kailash auf der tibetischen Seite der Grenze wollten. Indien meldet mindestens 178 vermisste Inder. Die nepalesische Tourismusbehörde spricht auch von acht Deutschen und einem Schweizer, zu denen es keinen Kontakt mehr gebe. Ihr Schicksal ist unklar.Laut der Liste der Tourismusbehörde werden unter anderem 35 Australier, 65 amerikanische Staatsbürger, 33 britische Staatsbürger und 25 Kanadier vermisst. Zudem bestehe kein Kontakt zu 53 Ukrainern sowie 51 Personen aus Malaysia.Auch neun Südkoreaner, die in einem Wasserkraftwerk arbeiteten, und mindestens fünf Japaner werden vermisst.Wie konnte es zu der Katastrophe kommen?Was genau die Sturzflut ausgelöst hat, muss noch untersucht werden. Erste technische Untersuchungen weisen inzwischen auf einen massiven Eis- und Felsabbruch auf der tibetischen Seite hin. Dabei könnte sich ein Fluss durch die Blockade aufgestaut haben. Als diese Barriere brach, wurde vermutlich innerhalb kürzester Zeit eine gewaltige Wassermenge freigesetzt.Der Bhotekoshi entspringt in den Bergen des tibetischen Hochlands, bevor er durch Nepal nach Indien fliesst. Eine Lawine aus Fels und Eis sei wohl auf der Nordseite des 7234 Meter hohen Bergs Langtang Lirung an der Grenze zwischen China und Nepal abgegangen. So sagt es Christian Huggel von der Universität Zürich, der bereits frühere Sturzfluten in der Region erforschte. Woher die enorme Wassermenge gekommen ist, wissen die Wissenschafter bislang nicht.Was tun die Helfer?Nepals Polizei und das Militär suchen nach Überlebenden. Mehr als 5000 Rettungskräfte seien im Einsatz, heisst es von den nepalesischen Behörden. Helikopter werfen Zelte, Lebensmittel und andere Hilfsgüter ab. Sie seien vom benachbarten Indien bereitgestellt worden, sagte Raja Ram Basnet, ein Sprecher der nepalesischen Armee. Für die flussabwärts gelegenen Gebiete gilt Katastrophenwarnung. Mehrere Ortschaften, auch im nordindischen Gliedstaat Bihar, wurden evakuiert. Ein Stausee wurde abgelassen, um Platz für die Wassermassen zu schaffen.Die USA kündigten an, Katastrophenhilfe in Höhe von 500 000 Dollar bereitzustellen. China hat mindestens 574 Rettungskräfte an den Landübergang entsandt, doch die Ablagerungen der Flut stellen eine Herausforderung dar. Die Vereinten Nationen mobilisieren Hilfsgüter und Personal, um die betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat vorerst 50 000 Franken für Nothilfe bereitgestellt. Die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen versprach, europäische Unterstützung zu mobilisieren. Der Erdbeobachtungsdienst Copernicus sei zur Kartografierung der betroffenen Gebiete aktiviert worden, schrieb sie auf X.Passend zum Artikel