Elektrogrills sind eine praktische und saubere Alternative zu Gas- und Holzkohlegrills. Dennoch liefert nicht jedes Gerät überzeugende Ergebnisse. Wir haben sieben Modelle ausführlich getestet und zeigen, welche Elektrogrills wirklich überzeugen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenViele Grillfans schwören nach wie vor auf Gas. Doch gerade auf kleinen Balkonen oder in Wohnanlagen können sich Elektrogrills lohnen. Holzkohlegrills sind wegen ihrer Rauchentwicklung oft unerwünscht und für große Gasgrills fehlt häufig der Platz. Moderne Elektrogrills orientieren sich optisch inzwischen stark an beliebten Tischgasgrills und versprechen kräftige Röstaromen sowie ein ansprechendes Branding. Das alles soll ohne störende Rauchwolken und Konflikte mit den Nachbarn gelingen. Wie gut das in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.Einen Punkt haben alle getesteten Geräte gemeinsam. Sie gehören nicht in geschlossene Innenräume. Auch wenn einige Hersteller ihre Modelle ausdrücklich dafür freigeben, zeigte sich in unserer Testküche schnell, dass selbst die vergleichsweise geringe Rauchentwicklung zu unangenehmen Bedingungen führt. Trotz leistungsstarker Dunstabzüge machte sich die Belastung deutlich bemerkbar. Für den Einsatz in Innenräumen würden wir deshalb keines der Modelle empfehlen.Das Wichtigste auf einen BlickFür Fleischliebhaber und Gemüsefans: Der Ninja Woodfire Pro Connect XL erzielt die besten Grillergebnisse im Test. Besonders bei Gemüse zeigt das Gerät seine Stärken.Preis-Leistungs-Tipp: Der TZS First Austria liefert solide Leistungen zum kleinen Preis und sichert sich damit die Auszeichnung als Preis-Leistungs-Sieger.Ideal für Burger: Der Campingaz Attitude2Go Electric überzeugt mit saftigen Patties, attraktiven Grillstreifen und kräftigen Röstaromen.Deutliche Unterschiede: Nicht jeder Elektrogrill erreicht ausreichend hohe Temperaturen oder sorgt für eine gleichmäßige Bräunung. Einige Modelle haben damit sichtbar Probleme.Testsieger: Ninja Woodfire Pro Connect XLDen ersten Platz sichert sich der Ninja Woodfire Pro Connect XL. Ausschlaggebend sind die umfangreiche Ausstattung und die insgesamt besten Grillergebnisse. Vor allem Gemüse und vegetarische Würstchen gelingen ausgesprochen gut. Auch Burgerpatties werden ansprechend gegart, wenngleich etwas mehr Röstaroma für ein perfektes Ergebnis wünschenswert wäre.Mit rund 18 Kilogramm gehört das Modell zu den Schwergewichten im Testfeld. Dafür bietet es eine großzügige Grillfläche von 45 x 33,5 Zentimetern. Praktisch: Neben dem klassischen Grillen sind auch weitere Zubereitungsarten möglich. Zubehör zum Smoken und Heißluftfrittieren liegt bereits bei.Vor dem ersten Einsatz ist kaum Aufwand nötig. Nach dem Auspacken genügt ein kurzes Abwischen. Die Bedienung erfolgt über ein übersichtliches Bedienfeld mit Tasten und Drehregler. Zusätzlich steht eine App zur Verfügung, über die sich der Grill per Smartphone steuern lässt. Die Einrichtung der Verbindung zum WLAN verlangt allerdings etwas Geduld.Nach knapp zwölf Minuten erreicht das Gerät seine Betriebstemperatur. Im Garraum messen wir 210 Grad Celsius. Der Rost erwärmt sich gleichmäßig. Die durchschnittliche Temperatur am heißesten Punkt beträgt 265 Grad Celsius, selbst auf niedrigster Stufe bleiben noch 212 Grad Celsius erhalten. Dadurch fällt der Spielraum für besonders schonendes Grillen etwas begrenzt aus.Die Reinigung gestaltet sich insgesamt unkompliziert. Lediglich die Cookbox erfordert etwas mehr Aufwand, da sich der Deckel nicht entfernen lässt und einige schwer zugängliche Bereiche besitzt.Unterm Strich hinterlässt der Ninja Woodfire Pro Connect XL einen sehr starken Eindruck. Die modernen Zusatzfunktionen sind sinnvoll integriert und dienen nicht als Ablenkung von der eigentlichen Grillleistung. Mit rund 390 Euro bewegt sich das Modell zwar im oberen Preisbereich, bietet dafür aber auch ein überzeugendes Gesamtpaket.Preis-Leistungs-Sieger: TZS First Austria 2in1Wer möglichst wenig investieren möchte, findet im TZS First Austria Elektrogrill 2in1 Tischgrill & Standgrill eine interessante Alternative. Für rund 126 Euro liefert das Gerät solide Resultate und überzeugt insbesondere bei den technischen Messungen.Bereits nach sechs Minuten ist der Grill einsatzbereit. Dabei messen wir 152 Grad Celsius im Garraum sowie eine gleichmäßige Hitzeverteilung. Die durchschnittliche Rosttemperatur erreicht maximal 231 Grad Celsius. Auf der niedrigsten Stufe sinkt sie auf 111 Grad Celsius. Dadurch eignet sich der Grill sowohl zum scharfen Anbraten als auch zum schonenden Garen.Auch beim Energieverbrauch schneidet das Modell hervorragend ab. Während des Vorheizens verbraucht es lediglich 0,15 Kilowattstunden. Im 30-minütigen Betrieb sind es sparsame 0,23 Kilowattstunden.Zur Ausstattung gehören ein klappbarer Deckel mit Scharnier, ein Thermometer sowie eine Grillstation auf Rollen. Der Zusammenbau erfordert allerdings etwas Geduld. Während das eigentliche Grillgerät ordentlich verarbeitet wirkt, hinterlässt die Station einen eher einfachen und leicht wackeligen Eindruck.Die Grillplatte besteht aus Aluminiumdruckguss. Das sorgt für sichtbare Grillstreifen, allerdings nicht immer für eine gleichmäßige Bräunung. Burgerpatties bleiben etwas blass und das Fleisch ist stellenweise noch leicht rosa. Auch vegetarische Würstchen und Gemüse könnten etwas intensiver geröstet sein.Insgesamt bietet der TZS First Austria ein attraktives Gesamtpaket mit einfacher Reinigung und praktischer Mobilität. Für seinen Preis liefert er eine überzeugende Leistung.So haben wir getestetAlle Geräte traten unter identischen Bedingungen an. Nach den Vorgaben der Hersteller wurden sie vorgeheizt und anschließend mit demselben Grillgut getestet. Darüber hinaus flossen Kriterien wie Ausstattung, Verarbeitung, Bedienkomfort, Reinigungsaufwand und technische Messwerte in die Bewertung ein.Ausstattung und VerarbeitungBewertet wurden unter anderem Konstruktion, Grillfläche, Deckelmechanik, Kabelführung und Zubehör. Ebenfalls berücksichtigt wurden Materialqualität, Funktionsumfang und die allgemeine Verarbeitungsqualität.HandhabungHier standen Aufbau, Inbetriebnahme, Bedienung und Reinigung im Mittelpunkt. Auch Sicherheitsaspekte wie Standfestigkeit und Schutzschalter wurden geprüft.Technische MessungenWir erfassten Aufheizzeit, Temperaturen, Temperaturspanne, Hitzeverteilung und Stromverbrauch. Besonders wichtig war dabei die Frage, wie konstant die Grills ihre Leistung aufrechterhalten.GrillergebnisseBurgerpatties, vegetarische Würstchen sowie Paprika und Zucchini wurden unter identischen Bedingungen zubereitet. Bewertet wurden Röstaromen, Bräunung und die Qualität des Brandings.Kraftvoll, aber energiehungrig: Weber Lumin Outdoor-ElektrogrillDer Weber Lumin Outdoor-Elektrogrill überzeugt mit starker Leistung und sehr guten Ergebnissen. Burger und Gemüse erhalten eine gleichmäßige Bräunung und deutlich sichtbare Grillstreifen. Besonders die vegetarische Bratwurst gelingt nahezu perfekt.Diese Leistung hat jedoch ihren Preis. Beim Stromverbrauch setzt sich das Modell deutlich vom Testfeld ab. Während die meisten Elektrogrills im Durchschnitt 0,33 Kilowattstunden für einen halbstündigen Grillvorgang benötigen, verlangt der Weber Lumin rund 1,1 Kilowattstunden.Dafür erreicht der Rost beeindruckende Durchschnittstemperaturen von bis zu 359 Grad Celsius. Selbst auf der niedrigsten Einstellung bleiben noch 261 Grad Celsius erhalten.Für rund 359 Euro erhalten Käufer ein hochwertig verarbeitetes Gerät mit ansprechendem Design. Die Bedienung ist einfach und die Reinigung gelingt dank spülmaschinenfestem Rost problemlos. Etwas umständlich fällt lediglich die Reinigung der Cookbox aus.Perfekt für Burger: Campingaz Attitude2Go ElectricDer Campingaz Attitude2Go Electric richtet sich vor allem an Burger-Fans. Die Patties erhalten im Test ein ausgezeichnetes Branding und eine gleichmäßige Bräunung. Auch vegetarische Würstchen gelingen hervorragend. Lediglich beim Gemüse zeigen sich kleinere Schwächen.Das emaillierte Gusseisenrost sorgt für hochwertige Ergebnisse und das Gehäuse aus Aluminiumguss wirkt robust und langlebig. Trotz fehlender Grillstation steht das Gerät stabil und sicher.Die Bedienung fällt angenehm unkompliziert aus. Anleitung und Reinigung überzeugen ebenfalls. Sämtliche Komponenten lassen sich leicht zerlegen und reinigen.Seine Schwächen offenbart das Modell bei den technischen Messungen. Ganze 21 Minuten Vorheizzeit sind ein eher mäßiger Wert. Zudem benötigt das Gerät im Betrieb vergleichsweise viel Strom. Auch die Temperaturverteilung auf dem Rost ist nicht optimal, da die Randbereiche deutlich kühler bleiben.Ninja-Doppelgänger vom Discounter: Silvercrest Grill und SmokerOptisch erinnert der Silvercrest Grill und Smoker stark an den Ninja Woodfire. Selbst Zubehör und Design weisen große Ähnlichkeiten auf. Preislich liegt das Modell mit rund 179 Euro allerdings deutlich darunter.In der Praxis kann der Grill die Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Burgerpatties erhalten zwar sichtbare Grillstreifen, bleiben aber deutlich zu roh. Auch vegetarische Würstchen und Gemüse werden nur unzureichend gebräunt.Verantwortlich dafür sind die niedrigen Temperaturen. Selbst nach dem Vorheizen messen wir auf dem Rost lediglich maximal 194 Grad Celsius. Im laufenden Betrieb steigt die Durchschnittstemperatur auf 213 Grad Celsius.Positiv fallen der geringe Stromverbrauch sowie die unkomplizierte Bedienung und Reinigung auf.Unsicherer Stand: Severin Barbecue-/Standgrill mit HaubeWer einen günstigen Elektrogrill mit Standfuß sucht, stößt schnell auf den Severin Barbecue-/Standgrill mit Haube. Für rund 88 Euro bietet er eine integrierte Grillstation und eine Grillfläche mit 41 Zentimetern Durchmesser.Der Aufbau gelingt weitgehend problemlos. Die Stabilität der Konstruktion überzeugt jedoch nicht. Vor allem die Grillstation wirkt wenig vertrauenerweckend und steht recht wackelig.Hinzu kommt ein sehr empfindlicher Sicherheitsschalter. Dieser unterbricht die Stromzufuhr regelmäßig, wodurch die Temperaturen stark schwanken. Die Folge sind schwache Grillergebnisse und eine ungleichmäßige Hitzeverteilung.Während Gemüse und vegetarische Würstchen zumindest etwas Farbe erhalten, bleiben die Burger deutlich hinter den Erwartungen zurück.Enttäuschung beim Klassiker: George Foreman 2in1 ElektrogrillDer George Foreman 2in1 Elektrogrill kostet rund 94 Euro und wird inklusive Grillstation geliefert. Die Montage geht schnell von der Hand, allerdings überzeugt die Stabilität nicht.Im Test lösen sich wiederholt einzelne Komponenten. Auch der Griff erwies sich als wenig robust. Bereits ein kleiner Stoß führte zu sichtbaren Schäden.Bei den Grillergebnissen zeigt sich ein gemischtes Bild. Burger erhalten durchaus sichtbare Grillstreifen. Es fehlt jedoch an Röstaromen und kräftiger Bräunung. Noch schwächer fallen die Ergebnisse bei Gemüse und vegetarischen Würstchen aus.Positiv sind der geringe Energieverbrauch, die schnelle Aufheizzeit und die gleichmäßige Hitzeverteilung. Die störenden Eingriffe des Sicherheitsschalters verhindern jedoch bessere Resultate.Testergebnisse im ÜberblickDer Vergleich macht deutlich, dass sich Elektrogrills trotz ähnlicher Bauweise stark unterscheiden können. Ausstattung und Bedienung liegen oft nah beieinander. Wirklich entscheidend sind jedoch Temperaturstabilität, Hitzeverteilung und die Qualität der Grillergebnisse.Der Weber Lumin überzeugt durch hohe Leistung und gleichmäßige Resultate. Der Campingaz Attitude2Go Electric begeistert insbesondere bei Burgern und punktet zusätzlich mit seiner einfachen Reinigung.Bei Silvercrest, Severin und George Foreman zeigen sich dagegen klare Schwächen. Unzureichende Temperaturen, instabile Konstruktionen oder schwache Bräunung verhindern hier bessere Platzierungen.Unser FazitDer Test beweist, dass auch ohne offene Flamme überzeugende Grillergebnisse möglich sind. Allerdings trennt sich bei Elektrogrills schnell die Spreu vom Weizen. Einige Modelle liefern Ergebnisse, die auch anspruchsvolle Grillfans zufriedenstellen. Andere kommen dagegen kaum über das Erwärmen des Grillguts hinaus.Unser Test zeigt, dass auch ohne offene Flammen köstliche Röstaromen entstehen können – wenn Sie sich für den richtigen Elektrogrill entscheiden.Der Ninja Woodfire Pro Connect XL setzt sich klar an die Spitze des Testfelds. Er kombiniert starke Grillergebnisse mit umfangreicher Ausstattung und einfacher Bedienung.Der TZS First Austria zeigt wiederum, dass ein guter Elektrogrill nicht teuer sein muss. Seine starken Messwerte, die hohe Effizienz und die praktische Grillstation machen ihn zu einer echten Empfehlung für preisbewusste Käufer. Kleine Abstriche bei der Bräunung fallen angesichts des attraktiven Preises kaum ins Gewicht.Warum Sie dem WELT-Kaufberater vertrauen können: Der WELT-Kaufberater steht für aufwendige Tests und unabhängige Produktempfehlungen, die wirklich helfen. Dafür sorgt das Kompetenzcenter Tech & Mobility (gehört wie WELT zu Axel Springer) mit einer erfahrenen Fachredaktion und eigenem Testlabor. Seit Jahrzehnten stehen diese Experten mit ihren Tests unter anderem bei COMPUTER BILD und AUTO BILD für höchste Qualitätsstandards.Lesen Sie auch