Zu den vielen Behauptungen Donald Trumps, die ihm seine Anhänger blind abgenommen haben, gehörte, dass Handelskriege leicht zu gewinnen seien. Der mit Kanada ist es ganz offensichtlich nicht, denn Ministerpräsident Mark Carney hat sich jetzt erst einmal für Gegenzölle entschieden. Amerikas Nachbar und zweitgrößter Handelspartner macht es wie China: Druck beantwortet er mit Gegendruck.Kanada hat von Anfang an robuster auf Trumps aggressive Handelspolitik reagiert, als das etwa die EU getan hat. Das liegt auch daran, dass man in Nordamerika weniger bedroht ist von Russland als in Europa.Die AfD will aus dem Euro austretenCarneys harte Haltung passt in ein Muster, das auf diversen Schauplätzen der Weltpolitik zu beobachten ist. Freund wie Feind sind immer weniger bereit, Trumps Brechstangenpolitik nachzugeben. Der Präsident, der Amerikas Macht für unendlich hielt, stößt nun an ihre Grenzen: von der Straße von Hormus bis nach Ontario.Trump ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für die AfD in Deutschland. Deshalb sollten deren Wähler genau hinschauen, wie eine Wende zu einer nationalistischen Außenwirtschaftspolitik abläuft. Die AfD will aus dem Euro und dem Schengenraum austreten und die Europäische Union durch einen „Bund europäischer Nationen“ ersetzen.Eine Bundeskanzlerin Alice Weidel müsste dann also gleich mit 26 Staaten über die Zukunft des europäischen Handels verhandeln, der so überragend wichtig ist für die deutsche Exportwirtschaft. Mancher könnte sich ein Beispiel an Kanada nehmen.