Am Freitag waren die Verhandlungen gescheitert, unmittelbar danach traten die ersten US-Zölle gegen Kanada in Kraft. Und auch Ottawa zeigte sich kampfbereit, Premier Mark Carney kündigte sehr deutlich wirtschaftliche Vergeltungsschläge in Form von Gegenzöllen an. Nur einer verhielt sich ungewohnt ruhig: US-Präsident Donald Trump. Doch damit ist es nun vorbei.»Kanada will die Vorteile eines Bundesstaates, ohne einer zu sein!!!« schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social am Sonntag, in seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit dem Scheitern der Verhandlungen. »Außerdem haben sie unsere großartigen Landwirte über viele Jahre mit massiven Zöllen belastet. Damit ist jetzt Schluss!!!« Mit der Aussage spielt Trump auf den von ihm immer wieder propagierten Anschluss Kanadas an die USA an. Einen solchen Schritt hatte Carney in seiner Reaktion auf das Handelsdebakel noch einmal kategorisch ausgeschlossen (hier mehr dazu).
Mit der eskalierenden Rhetorik – und den ganz konkreten Zollmaßnahmen – wächst die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den Nachbarstaaten. Wirtschaftsverbände in beiden Ländern warnen vor schweren ökonomischen Folgen und dringen auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Aussagen der US-Regierung machen aber wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts.Neue Zölle könnten die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wichtige Lieferketten stören und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten. Davor warnte Joshua Bolten, der Vorsitzende der US-Managervereinigung Business Roundtable, in der die Chefs von rund 200 großen Konzernen zusammengeschlossen sind. Beide Regierungen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren, und schädliche Zölle abschaffen, forderte er (mehr zu den Forderungen aus der US-Wirtschaft hier).












