Die USA haben neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf zahlreiche Güter aus Kanada erhoben. Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigt Gegenmaßnahmen an und wirft US-Präsident Trump vor, einen Handelskrieg losgetreten zu haben.

23.08.2026, 10.21 Uhr

Klare Kante: „Wenn du angegriffen wirst, befindest du dich im Krieg – wir wurden angegriffen“, sagt Kanadas Premierminister Mark Carney

Nach den geplatzten Verhandlungen spitzt sich der Zollstreit zwischen den USA und Kanada wieder zu. Noch in der Nacht auf Sonntag traten Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter in Kraft. Kanadas Premierminister Mark Carney (61) kündigte Gegenmaßnahmen an, die im September greifen sollen. Auf die Frage eines Journalisten, warum man heute den Eindruck eines Handelskrieges habe, sagte Carney: „Wenn du angegriffen wirst, befindest du dich im Krieg – wir wurden angegriffen.“

Aussagen des Handelsbeauftragten der US-Regierung, Jamieson Greer, machen derweil wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts, im Gegenteil: Gegenmaßnahmen gegen die von Kanada angekündigten Zölle seien bereits in Arbeit, sagte er.Verhandler der beiden Nachbarstaaten hatten bis in die Nacht zum Samstag über eine Vereinbarung beraten, um die von US-Präsident Donald Trump (80) angekündigten Zölle abzuwenden. Trump hatte im Juli neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe von Produkten angekündigt, die bereits am Mittwoch hätten in Kraft treten sollen. Betroffen wären kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar – also etwa 5 Prozent der Einfuhren insgesamt –, darunter etwa Hockeyschläger, Möbel und Wein. Kurz vor Ablauf der Frist verkündete der US-Präsident einen Aufschub. Seitdem liefen Verhandlungen unter Hochdruck.