Auch in Ungarn laden die Autobahnen nicht dazu ein, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Wer dennoch aus Wien kommend auf der M1 nach Budapest etwa auf der Höhe von Györ – ohne den Verkehr oder sich selbst zu gefährden – einmal für ein paar Momente über die hier recht eintönige Gegend hinwegschaut, wird möglicherweise fernab wie eine Fata Morgana die Umrisse der mächtigen Benediktinerabtei Pannonhalma erkennen. Ein Trugbild ist die seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörende Abtei freilich keineswegs. In ihrer tausendjährigen Geschichte hat das imposante Gebäude alle Stürme überstanden, die bis in die allerjüngste Vergangenheit über das Land hinweggefegt sind. Schon deshalb lohnt es sich, diese Trutzburg des Glaubens nicht nur aus der Distanz vorüberhuschen zu sehen, sondern ihr einmal einen Besuch abzustatten. Und sei es, um zu verstehen, wie man dort das Geheimnis der Geduld entziffert hat.