Wer dieser Tage NDR 1 Radio MV einschaltet, hört mitunter nichts. Sechs Sekunden Stille, dann folgt eine Moderatorenstimme: „Wie Sie hören, hören Sie nichts. Keinen NDR mehr in Mecklenburg-Vorpommern?!“ Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist im Landtagswahlkampf angekommen. Und zwar nicht nur als Berichterstatter, sondern als Akteur, der seinem Publikum erklärt, was ihm selbst drohen könnte.
Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt, zwei Wochen zuvor in Sachsen-Anhalt. In beiden Ländern liegt die AfD in den Umfragen vorn. Und in beiden Ländern fordert sie einen tiefen Einschnitt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der MDR hat in Sachsen-Anhalt bereits auf mögliche Folgen einer Kündigung seines Staatsvertrages hingewiesen. Nun zieht der NDR in Mecklenburg-Vorpommern nach.
Die Botschaft der „Funkstille“ ist dabei denkbar einfach. Wenn der NDR-Staatsvertrag gekündigt wird, könnte es den NDR in seiner heutigen Form in MV nicht mehr geben. Das wird nicht ausgesprochen, aber hörbar gemacht. Eine Partei wird dabei nicht genannt, aber die AfD ist gemeint.
Landtagswahl
MDR warnt vor eigener Abschaffung durch AfD











