Im Februar 2023 wurde Jason Arday im Alter von nur 37 Jahren zum jüngsten schwarzen Professor in der Geschichte der Universität Cambridge ernannt. Er erhielt eine ordentliche Professur für Bildungssoziologie, eine Position, die normalerweise hochrangigen Wissenschaftlern mit internationalem Profil und langjähriger Publikationsgeschichte vorbehalten ist.

Am 14. August meldete die Polizei, dass Arday tot an einer Adresse in Battersea im Süden Londons aufgefunden worden sei. Die Formulierung des Polizeiberichts deutete stark darauf hin, dass Arday Suizid begangen hatte. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

In den letzten Wochen seines Lebens war Arday Gegenstand einer unerbittlichen Berichterstattung über seine akademische Laufbahn und sein Privatleben gewesen. Teile dieser Berichterstattung war von Arday selbst im Auftrag gegeben. Seine Autobiographie mit dem Titel „Großartige und Unglückliche Dinge“ (Great and Unfortunate Things) ist in den Vereinigten Staaten bereits erschienen und soll am Donnerstag in Großbritannien veröffentlicht werden.

Das Buch schildert Ardays erstaunliche Lebensgeschichte. Arday wurde als Sohn armer ghanaischer Einwanderer geboren, die in einer Sozialwohnungssiedlung in London lebten. Laut eigenen Angaben konnte Arday aufgrund einer schweren autistischen Störung bis zum Alter von elf Jahren nicht sprechen und lernte erst mit 18 Jahren lesen und schreiben. Trotz dieser Beeinträchtigungen behauptet Arday, auf hohem Niveau in einer Jugendfußballliga gespielt und bereits als Kind sogar professionell Junioren-Snooker gespielt zu haben.