Der Suizid des Schwarzen Professors treibt den Kulturkampf zwischen rechts und links auf die Spitze. Um die Sache selbst geht es längst nicht mehr.

J ahrelang wurde Jason Arday als „außergewöhnlich“ gefeiert. In diesem Sommer wurde der Bildungssoziologe an der britischen Universität Cambridge des Plagiats und der Fälschung seiner Lebensgeschichte bezichtigt. Er legte seine Professur nieder; am 14. August nahm er sich das Leben. Nun wird heftig diskutiert – weltweit. Der US-Wissenschaftler Nick Longrich spricht von einem „Tschernobyl-Moment“ für die Hochschulwelt und von verlorenem Vertrauen. Er ist Archäologe in Alaska.

Ardays Suizid hat in Großbritannien eine virulente Kampagne entfacht. Auf einer Großkundgebung kurz nach seinem Tod erklärten Aktivisten den Schwarzen Akademiker zum Opfer von Rassismus und rechten Medien. Arday „wurde kritisiert, weil er Schwarz war“, behaupteten am 19. August 53 britische Abgeordnete in einem Brief an die Medien-Sebstregulierungsbehörde Ipso, vergleichbar mit dem deutschen Presserat, und forderten eine Klärung, „ob die Medienberichterstattung verhältnismäßig und gerechtfertigt war“.

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie den Verdacht, an Depression zu leiden? Oder haben Sie sogar suizidale Gedanken? Andere Menschen können Ihnen helfen. Sie können sich an Familienmitglieder, Freun­d:in­nen und Bekannte wenden. Sie können sich auch professionelle oder ehrenamtliche Hilfe holen – auch anonym. Bitte suchen Sie sich Hilfe, Sie sind nicht allein. Anbei finden Sie einige Anlaufstellen.