Hormus-Transitverkehr unter dem Zehn-Tage-DurchschnittLediglich fünf Frachter haben die Straße von Hormus am Dienstag nach vorläufigen Daten ‌des Schifffahrtsmonitors Kpler durchquert. Das sind deutlich weniger als der Zehn-Tage-Durchschnitt, der bei 15 Schiffen liegt, aber etwas ‌mehr als am ‌Montag, als nur vier Frachter die Meerenge passierten. Die Daten könnten sich allerdings noch ändern, da manche Schiffe ihre ​Ortungssender während der Fahrt abschalten. ⁠Die für den internationalen Transport von Öl, Gas und anderen Gütern extrem wichtige ​Straße von Hormus ist seit Beginn des Kriegs der USA ⁠gegen den Iran ‌vor einem halben Jahr weitgehend blockiert. Gleichzeitig schreiten offenbar die Verhandlungen zwischen den Anrainerstaaten Iran und dem Oman über neue Regelungen zur Schifffahrt in der Meerenge fort. Er sei hoffnungsvoll, schon bald einen zwischenzeitlichen Schifffahrtskorridor für die Straße von Hormus bekanntgeben zu können, schrieb der omanische Außenminister Badr al-Busaidi auf der Plattform X nach Gesprächen am Dienstag.Der iranische staatliche Rundfunk Irib verbreitete eine gemeinsame Stellungnahme Irans und Omans, nach der die beiden Staaten ein schrittweises Vorgehen für die Neuregelung der Schifffahrt sowie der Minenräumung in der Straße von Hormus besprochen hätten. Mathias PeerUS-Mitteilung an Verbündete: Vorerst keine neuen Angriffe geplantDas US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, US-Außenminister ‌Marco ‌Rubio habe in den vergangenen Tagen mehreren Außenministern aus ​verbündeten Ländern ⁠mitgeteilt, dass die USA vorerst voraussichtlich keine neuen ​Angriffe gegen Iran ⁠starten werden. Stattdessen ‌wollten sich die USA auf andere Druckmittel ⁠konzentrieren, schreibt das Portal ⁠unter Berufung auf ⁠einen US-Regierungsvertreter ​und ⁠eine zweite Person ​mit Kenntnis der Angelegenheit.Trump fordert Ende der Hinrichtungen von Demonstranten in Iran US-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Hinrichtungen von Demonstranten in Iran gefordert. Teheran „tötet in beispiellosem Ausmaß Demonstranten, sogar dann, wenn sie gar nicht demonstrieren“, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Dies ist eine humanitäre Krise von epischem Ausmaß und muss jetzt gestoppt werden“, fügte er hinzu.Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ist Iran nach China das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen und der französischen Organisation Gemeinsam gegen die Todesstrafe (ECPM) wurden in Iran im vergangenen Jahr mindestens 1639 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 1989 nicht mehr.Seit Beginn des Irankriegs, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels gestartet wurde, hat die Zahl der Hinrichtungen weiter zugenommen. Vermittler Pakistan: „produktive Gespräche“ mit IranNach neuen Gesprächen des Vermittlers Pakistan in Iran zeigt sich Islamabad zuversichtlich. Man habe „sehr positive und produktive Gespräche“ mit Irans Präsident Massud Peseschkian geführt, schrieb der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi nach einem Besuch in Teheran auf der Plattform X. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Konflikt zwischen den USA und Iran sowie die notwendigen Schritte beider Seiten zur Wiederherstellung des Rahmenabkommens und damit zur umfassenden Beilegung des Konflikts, wie Naqvi weiter schrieb. Es seien bedeutende Fortschritte erzielt worden, hieß es. Weitere Details wurden nicht genannt.Die pakistanische Delegation unter Leitung des Armeechefs Asim Munir habe sich zudem mit Mohsen Resai, dem neu eingesetzten Chef des nationalen Sicherheitsrats, Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi getroffen, hieß es in einer separaten Mitteilung des pakistanischen Militärs.Die USA und Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Konflikts geschlossen. Die Vereinbarung sollte eine Waffenruhe, eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus und über Verhandlungen binnen 60 Tagen eine langfristige Friedenslösung bringen. Beide Seiten warfen sich Verstöße gegen das Abkommen vor, immer wieder kam es auch zu militärischen Zusammenstößen. Pakistan versucht, die Konfliktparteien zur Wiederbelebung des Rahmenabkommens zu bringen. Schiffs-Tracking: Ein einziger Gas-Tanker passierte am Montag Hormus Der Schiffstracking-Dienst Kpler ‌meldet für Montag die Durchfahrt eines einzigen Gas-Tankers durch die Straße von Hormus. So ‌wenige ‌Schiffe waren es zuletzt am 7. Mai, wie aus vorläufigen Kpler-Daten hervorgeht. Die Angaben ​könnten sich demnach jedoch ⁠noch ändern, da Schiffe auf ihrer Durchfahrt mitunter ihre Transponder ​abschalten. Am Sonntag waren noch sechs Schiffe ⁠verschiedener Typen ‌registriert worden. Fabian DrahmouneAbermals Tanker in Straße von Hormus angegriffenIn der Straße von Hormus ist abermals ein Öltanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Dabei sei der Maschinenraum beschädigt und das Schiff manövrierunfähig gemacht worden. Die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es. Der Vorfall ereignete sich demnach neun Seemeilen (rund 17 Kilometer) nordöstlich des Ortes Asch Schischah. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die Meerenge immer noch weitestgehend. Die Straße von Hormus ist eine wichtige Passage für Öl-, Gas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Dies hat Folgen für die ganze Weltwirtschaft. Teheran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine von Iran festgelegte Route entlang der eigenen Küste nehmen und hatte wiederholt erklärt, nur die von Teheran vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher. Ian LieschTeheran: USA werden nach Verhängung von Sanktionen „neue Niederlage“ erleidenNach der Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen Iran hat das iranische Wirtschaftsministerium Washington eine „neue Niederlage“ prophezeit und erklärt, über einen „Zweijahresplan“ zu verfügen, um den Sanktionen zu begegnen. Die USA hätten „alles getan, um die Entschlossenheit des iranischen Volkes und der Verantwortlichen des Landes auf die Probe zu stellen und sind jedes Mal gescheitert“, sagte Wirtschaftsminister Ali Madanisadeh im Staatsfernsehen am Montag. „Es scheint, als würden sie noch eine Niederlage erleiden wollen“, fügte er hinzu. Die Regierung in Teheran sei auf dieses Szenario vorbereitet gewesen und verfüge „über einen Zweijahresplan, um diese Ereignisse zu bewältigen“, erklärte der Minister.Ian LieschBessent zieht Mauerfall-Vergleich im Iran-KriegDie US-Regierung hat sich im Iran-Krieg mit einem Appell an Kämpfer der iranischen Seite gewandt — und dabei einen Vergleich zum Berliner Mauerfall 1989 herangezogen. „An die einfachen Soldaten, die dieses Regime unterstützen: Wenn immer mehr eurer Gehaltszahlungen ausbleiben oder angeblich nur verspätet ausgezahlt werden, fragt euch, ob eure Kommandeure euer Land zum Sieg oder in den Ruin führen“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent bei einer Pressekonferenz in Washington, auf der er wirtschaftliche Sanktionen gegen Handelspartner des Irans ankündigte. Dann zog er den Mauerfall-Vergleich: „Und erinnert euch daran, dass die Berliner Mauer fiel, als einfache Soldaten beschlossen, nicht auf ihre eigenen Landsleute zu schießen.“Der Bau der Berliner Mauer hatte im August 1961 die deutsch-deutsche Teilung besiegelt. Die SED-Führung wollte so die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik stoppen.Bessent droht mit „voller Wucht“ der US-SanktionenIm Zuge des von Präsident Donald Trump angekündigten „wirtschaftlichen D-Days“ gegen Iran hat der amerikanische Handelsminister Scott Bessent am Montag weitere Sanktionen angekündigt. Betroffen sind demnach sechzig mit Iran in Verbindung stehende Personen und Organisationen sowie Länder und Firmen, die Geschäfte mit Teheran machen. Diese würden die „volle Wucht der amerikanischen Macht“ zu spüren bekommen, sollten sie den Handel mit Iran nicht innerhalb einer angemessenen Frist einstellen, sagte Bessent. Für jedes Land gelte ein bestimmter Zeitplan, nach dessen Ablauf Washington einschreiten werde. Wer sich widersetze, werde vom internationalen Dollar-System ausgeschlossen. Die Verantwortlichen müssten „entlarvt“ werden, sagte Bessent. Niemand dürfe von einem System profitieren, während er zugleich denjenigen helfe, die dieses System zerstören wollten. Die neuen Sekundärsanktionen zielten auf die fünf wichtigsten Lebensadern der iranischen Wirtschaft: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold sowie die Luft- und Seefahrt. Iran steht bereits seit Jahren unter internationalen Sanktionen, die an seinem Vorgehen in der Region nur wenig geändert haben. Das Nachrichtenportal Axios berichtete, die amerikanische Regierung könnte sich bis zu den Kongresswahlen im November auf den angeblichen wirtschaftlichen Vernichtungszug gegen Iran konzentrieren. Danach sei eine Wiederaufnahme der Militäroperation möglich, die bei einer Mehrheit der Amerikaner unpopulär ist. Zu Einzelheiten, etwa zu möglichen Sekundärsanktionen gegen China, wollte sich Bessent am Montag auf Nachfrage nicht äußern. „Niemand“ sei außerhalb der Reichweite amerikanischer Sanktionen, sagte er. Ein „Warnschuss“ sei angesichts der Tragweite dieses Schritts angemessen. Trump telefoniere zudem mit Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt; man habe bereits „Ergebnisse gesehen“. Wie jeder wisse, sei der Präsident „ziemlich überzeugend“. Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“Iran hat nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu versucht, einen seiner beiden Söhne zu töten. „Etwas Unglaubliches ist geschehen: Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen“, sagte Netanjahu in einem Telefoninterview mit dem israelischen Sender Channel 14 am Montag. Iran habe „versucht, einen meiner Söhne zu töten“, sagte der Regierungschef, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Netanjahu tätigte die Äußerung während einer Diskussion über Berichte, wonach der Inlandsgeheimdienst Schin Bet sich geweigert haben soll, den ehemaligen Armeechef Gabi Eisenkot unter Polizeischutz zu stellen. Eisenkot liegt in Umfragen vor der Parlamentswahl am 27. Oktober gleichauf mit Netanjahu. Netanjahu sprach sich für einen durchgehenden Polizeischutz für Eisenkot aus und erklärte, dies sei „kein Luxus“. „Ohne diesen Schutz werden (die Iraner) Erfolg haben“, sagte er. Netanjahu hat zwei Söhne und eine Tochter. Welcher seiner Söhne angeblich ins Visier genommen wurde, war nicht klar. Sein älterer Sohn, der 35-jährige Jair, hielt sich seit 2024 immer wieder länger in Miami auf und steht Berichten zufolge unter dem Schutz des Schin Bet. Kurz nach Bekanntwerden der Äußerungen Netanyahus erklärte der bekannte israelische Journalist Amit Segal auf seinem Telegram-Kanal, dass der angebliche Mordanschlag seit „Monaten“ bekannt sei, aber einer Nachrichtensperre unterliege. Huthi-Rebellen melden Angriff auf saudi-arabisches Schiff im Roten MeerDie jemenitischen Huthi-Rebellen ​greifen nach Angaben ihres Militärsprechers ein Schiff vor der saudi-arabischen Hafenstadt Janbu im Roten Meer an. Die staatliche saudiarabische Reederei Bahri teilt dazu mit, ihr Schiff „Amzan“ sei in ⁠einen Zwischenfall verwickelt. Die Besatzung sei unversehrt. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit dem Schiff und stimme sich mit den zuständigen Behörden ab. Zuvor meldete die britische Seefahrtsbehörde UKMTO, ein Tanker sei rund 117 Kilometer westlich von Janbu von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Auch hier heißt es, die Mannschaft sei in Sicherheit und es gebe ‌keine Umweltschäden. Janbu ist der wichtigste Ölhafen Saudi-Arabiens am Roten Meer. Die von Iran unterstützten Huthis verhängten im vergangenen Monat eine Blockade für Schiffe mit Verbindungen zu dem Königreich. Offenbar iranischer Cyberangriff auf britische EnergieinfrastrukturEin Hackerangriff hat im Juli in Großbritannien eine kleine Anlage zur Energieerzeugung für vier Tage außer Betrieb gesetzt. Das berichteten am Sonntag mehrere britischen Medien übereinstimmend. Die Täter sollen Verbindungen zu Iran haben, schrieb die Zeitung „The Telegraph“. Der Nachrichtenagentur PA zufolge hatte es zuvor eine Warnung vor einem Muster störender Cyberaktivitäten durch staatliche und nicht staatliche Akteure gegeben.Ein Regierungssprecher sagte, der Bericht des „Telegraph“ beziehe sich auf einen Vorfall, „der einen kleinen Energieerzeuger betraf“. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für das übergeordnete Energiesystem bestanden. Beim nationalen Cybersicherheitszentrum (NCSC) gingen dem Bericht zufolge keine Meldungen über Stromausfälle ein.NCSC-Chef Richard Horne hatte laut der PA Anfang des Jahres gewarnt, dass feindlich gesinnte Staaten, darunter Iran, die britische Infrastruktur zunehmend mit Cyberangriffen ins Visier nähmen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software