Anpassung reicht nichtLange Zeit war der Sommer nicht nur eine Jahreszeit, sondern ein Versprechen: Sonne, Ferien, Leichtigkeit. Wenn man den Wetterbericht verfolgte, dann nur um sicherzugehen, dass der Badeausflug nicht durch Regenschauer gestört wird. Das hat sich in den vergangenen Jahren – und besonders dramatisch in diesem Jahr – verändert. Die Sommermonate erscheinen vielen Menschen plötzlich bedrohlich.

Waldbrand in Frankreich: Immer neue Katastrophenmeldungen

Die Berichterstattung war geprägt von immer neuen Katastrophenmeldungen: In Südfrankreich, Spanien, Griechenland brannten die Wälder. In Ungarn und Rumänien mussten die Behörden Kraftwerke wegen Wassermangels teilweise runterfahren. Der Rhein sank mitunter auf einen Pegel von 24 Zentimetern. In Paris musste der Louvre wegen der hohen Temperaturen schließen (mehr dazu hier ). Allein im Juni starben in Europa mindestens 10.000 Menschen infolge der extremen Hitze. Das Magazin »New Yorker« hat in einem Essay bereits das »Ende des europäischen Sommers« ausgerufen.Und dennoch finden sich die Themen Hitze und Klima bei der Klausur der Bundesregierung auf Schloss Neuhardenberg nur am Rande. Umweltminister Carsten Schneider hatte unlängst vorgeschlagen, das Grundgesetz zu ändern, damit der Bund Klimaanlagen in Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen finanzieren kann (mehr dazu hier). Das wäre zumindest ein Anfang, würde aber allein nicht reichen. Wenn Regierungen ihrer Bürgerinnen und Bürger vor weiteren Hitzesommern schützen wollen, dann müssen sie nicht nur in Anpassung an die Klimakatastrophe investieren – sondern vor allem in den Kampf dagegen.