PfadnavigationHomePolitikDeutschlandZuckergetränke-SteuerHafermilch, Cola Zero und alkoholfreies Bier – Regierung will auch Getränke mit Süßstoffen besteuernVon Marie Zahout, Anton DieckhoffStand: 11:23 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Bundesregierung plant ab 2027 eine Zuckersteuer auf Getränke. Auch Produkte mit Süßstoff, Hafer- und Sojamilch sollen betroffen sein. Kritiker warnen vor einer doppelten Belastung für Verbraucher.Viel mehr Getränke betroffen als ursprünglich angekündigt: Mit der geplanten Zuckersteuer nimmt die Regierung jetzt auch Limonaden mit Süßungsmitteln, alkoholfreies Bier und Hafermilch in den Fokus.Die Bundesregierung will neben Getränken mit Zucker nun auch solche mit Süßstoffen besteuern. Das geht aus Eckpunkten einer Zuckergetränke-Steuer hervor, die „Politico“ vorliegen. Mit den Einnahmen sollen die gesetzlichen Krankenkassen entlastet werden. Die Planungen für die Jahre ab 2027 gehen demnach deutlich über die Empfehlungen der „Finanzkommission Gesundheit“ hinaus. Sie umfassen etwa auch eine Besteuerung von Fruchtsäften aus Konzentraten, Milchmischgetränken, pflanzlichen Milchalternativen, alkoholfreiem Bier und alkoholfreiem Wein sowie Getränken mit Süßungsmitteln wie etwa Coca-Cola Zero.„Die Aufnahme von Sirup, Konzentraten sowie Granulaten in den Steuergegenstand ist notwendig, um entsprechenden Ausweichbewegungen, die aus anderen Ländern bekannt sind, vorzubeugen“, heißt es in dem Eckpunktepapier.Lesen Sie auchVorgesehen ist zudem eine neue Einstiegsschwelle. Die Einstiegsstufe von 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter weicht vom Vorschlag der Finanzkommission ab, die eine Besteuerung ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter empfohlen hat. Damit wird eine deutlich größere Anzahl an Getränken und Herstellern erfasst.Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hatte eine gestaffelte Zuckerabgabe nach dem Vorbild Großbritanniens empfohlen: Wenn Getränke mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten, sollten rund 26 Cent pro Liter fällig werden. Enthalten sie mehr als acht Gramm Zucker, müssten die Hersteller 32 Cent bezahlen.Die schwarz-rote Koalition hatte sich im Rahmen der Verhandlungen über das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenversicherungen auf eine Zuckersteuer ab 2027 geeinigt. Die Bundesregierung erhofft sich davon im kommenden Jahr Einnahmen von rund 650 Millionen Euro.Lesen Sie auchDie damalige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte kürzlich angekündigt, vereinbart worden sei eine Steuer statt einer Abgabe. Die Mehreinnahmen kämen aber den Versicherten zugute, versicherte sie. Die Details sollten zusammen mit dem Finanzministerium vereinbart werden.mit AFP