Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig gehen die Ermittler Medienberichten zufolge davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt wurden. „Eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein“, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR unter Berufung auf Ermittler. Außerdem sei eine dritte Drohne zehn Tage nach dem Vorfall auf einem Feld im Kabelsketal westlich des Flughafens gefunden worden, berichteten die Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise.Die Ermittler sollen an der Fundstelle der dritten Drohne eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte, wie „SZ“, NDR und WDR unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten. „Die Täter hatten womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn als bislang öffentlich bekannt“, hieß es in dem Bericht.In Kursdorf, nördlich des Flughafens, sollen Ermittler dem Bericht zufolge zudem eine technische Konstruktion sichergestellt haben, die möglicherweise zur Steuerung dieser Drohne diente: An einem Baum seien mit Klebeband eine Antenne und weitere Elektronik befestigt gewesen. Nicht weit entfernt wurden demnach verbrannte Erde und Metallteile gefunden, die die Ermittler für eine mögliche Detonationsstelle halten.In der Nacht zum 5. August hatte der Flughafen Leipzig/Halle den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt und ein verdächtiger Gegenstand an der Start- und Landebahn „Südpiste“ gesichtet worden waren. Mehrere Maschinen mussten an andere Flughäfen umgeleitet werden. Mit Unterstützung der Bundespolizei und eines Sprengstoffroboters wurde der Gegenstand untersucht und der Zünder des Sprengvorsatzes entfernt, teilte das LKA Sachsen später mit.Ein DHL-Flugzeug, das wegen der Flughafen-Sperrung den Landeanflug abbrechen musste, sei in der Nacht zudem mit einem zweiten unbekannten Flugobjekt kollidiert. An der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden. Gefunden wurde diese Drohne oder auch nur Teile davon bislang jedoch nicht, heißt es in dem Bericht. Nach Einschätzung der Ermittler könnte das Fluggerät nach dem Zusammenstoß auch in die Triebwerke geraten und dabei in kleinste Teile zerhackt worden sein, wie es in dem Bericht weiter hieß.Unklar ist nach wie vor, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckte. Sicherheitskreise gehen „SZ“, NDR und WDR zufolge davon aus, dass russische Geheimdienste in die Planung involviert waren. Moskau weist eine Beteiligung zurück. (Tsp/AFP/dpa)
Plan für größeren Anschlag?: Ermittler finden offenbar weitere Drohne nahe Flughafen Leipzig/Halle
Am Flughafen Leipzig/Halle könnte mehr als eine Drohne im Einsatz gewesen sein. Ermittler sollen auch Spuren des Militärsprengstoffs Hexogen gefunden haben.










