Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle soll die Suche nach einem zweiten, noch unbekannten Gegenstand in den Morgenstunden fortgesetzt werden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen.Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn »Südpiste« am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.

Dobrindt: »Neue Gefahrenqualität«Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, hieß es von den Ermittlern. Bei der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden, hieß es. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, es werde noch nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht. Inwiefern die Vorfälle zusammenhängen, ist noch unklar.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Mittwochabend von einer »neuen Gefahrenqualität« und einem »hybriden Anschlagsszenario« gesprochen und schloss »fremde Mächte« als Drahtzieher nicht aus.Die Grünen im Bundestag fordern nach dem Vorfall Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Katharina Dröge sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Sicherheitsrat müsse umgehend zusammenkommen, um über die Lage und die notwendigen Konsequenzen daraus zu beraten. In einer solch ernsten Situation dürften auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht fehlen.