Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle wird die Suche nach einem zweiten unbekannten Flugobjekt fortgesetzt. Die Suche solle in den Morgenstunden fortgesetzt werden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts Sachsen. Ein Frachtflugzeug sei nach der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet und dabei mit dem Objekt zusammengestoßen. Bei der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, es werde noch nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht.

Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ entdeckt worden. Sie habe sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor befunden. Spezialisten der Bundespolizei entschärften den Sprengsatz. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach am Mittwochabend am Flughafen von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“. Auch „fremde Mächte“ als Drahtzieher schloss er nicht aus.

Kiesewetter vermutet Russland

Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter sagte der Augsburger Allgemeinen, er gehe von einem gezielten hybriden Angriff aus, „also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland“. Die Bedrohung Deutschlands durch von Russland gesteuerte hybride Angriffe halte er für gravierend. Er forderte die Bundesregierung auf, Konsultationen nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrags anzustrengen. Dieser erlaubt es Mitgliedstaaten, Beratungen zu verlangen, wenn sie ihre territoriale Unversehrtheit bedroht sehen. Deutschland sei als Logistikdrehscheibe der Nato und Unterstützer der Ukraine im Mittelpunkt solcher Angriffe, sagte Kiesewetter. Russland nutze häufig „Wegwerfagenten“, wie bereits bei präparierten DHL-Containern im Jahr 2024.