Beim Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig/Halle kamen mindestens zwei Drohnen zum Einsatz. Neben der Sprengstoffdrohne, die offenbar gegen ein ukrainisches Frachtflugzeug gerichtet war, wurde laut Medienberichten am 14. August eine weitere Drohne im direkten Umfeld des Flughafens gefunden. Zudem sollen die Ermittler Rückstände einer hochexplosiven Substanz gefunden haben. Eine mit den Ermittlungen vertraute Person bestätigte die Berichte der F.A.Z.Was weiß man über die jüngst gefundene Drohne?„Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichteten am Dienstag als Erstes über den zweiten Drohnenfund auf einem Feld in der kleinen Gemeinde Kabelsketal unmittelbar westlich des Flughafens Leipzig. Demnach haben die Ermittler dort auch eine Substanz entdeckt, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm Hexogen handeln könnte. Das ist ein extrem starker Sprengstoff, der als einer der am häufigsten verwendeten im militärischen Bereich gilt. Der Sprengstoff ist aus bislang unbekannten Gründen nicht explodiert. Offen ist auch, welche Rolle die zweite Drohne beim Anschlagsversuch gespielt hat.Die Zeitung „Bild“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass der Sprengstoff nicht an der zweiten Drohne befestigt gewesen sei, sondern neben dem Fluggerät gefunden wurde. Möglich sei demnach, dass der zusätzliche Sprengstoff eigentlich an der ersten Drohne angebracht werden sollte – dort jedoch nicht mehr hineingepasst habe. Die Ermittler gehen nach Informationen der „Bild“-Zeitung davon aus, dass in Kabelsketal beide Drohnen zusammengebaut wurden.Ist der DHL-Frachter gar nicht mit einer Drohne kollidiert?Nachdem die erste Drohne in der Nacht auf den 5. August entdeckt wurde, musste ein DHL-Flugzeug aufgrund der Sperrung des Flughafens durchstarten. Nach ersten Behördenangaben kollidierte der Frachter mit einem „zweiten unbekannten Flugobjekt“. Mittlerweile gehen die Ermittler nach F.A.Z.-Informationen jedoch davon aus, dass es sich nicht um eine Drohnenkollision, sondern einen Vogelschlag oder Ähnliches gehandelt hat. Das würde auch erklären, warum bislang soweit bekannt keine Teile des vermeintlichen Flugobjekts gefunden wurden. Medienberichte, dass sich insgesamt drei Drohnen in der Nähe des Flughafens aufgehalten hätten, lassen sich demnach bislang nicht bestätigen.Was ist über die Urheber der Drohnen bekannt?Auf der Drohne, die bereits Anfang August zusammen mit Sprengstoff auf dem Flugfeld gefunden worden war, hatten die Ermittler DNA-Spuren entdeckt. Von einer mit den Ermittlungen vertrauten Person hieß es, dass die Untersuchung der DNA-Spur sehr lange dauern könne und mögliche erste Ergebnisse nicht belastbar seien.Amerikanische Medien berichteten dennoch, dass nach Erkenntnis der US-Geheimdienste Russland hinter dem Angriff stecke. Merz sagte am Dienstag, die Angreifer würden bezahlen müssen für ihren Angriff, ohne konkreter zu werden. Derzeit wird zwischen Kanzleramt, Bundesinnenministerium und Verteidigungsministerium über Konsequenzen beraten, sollte der Vorfall einem Akteur zugeordnet werden. Merz nannte in dem Zusammenhang die kürzlich vom Kabinett verabschiedete Reform der Nachrichtendienste. Durch sie sollen Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst mehr Kompetenzen bekommen, sie sollen auch aktiv Infrastruktur von Angreifern manipulieren und zerstören dürfen.Welche Details sind über die erste Sprengstoffdrohne bekannt?Laut mehreren Medienberichten war die Drohne mit zwei SIM-Karten ausgerüstet. Das könnte darauf hindeuten, dass das Fluggerät über das Mobilfunknetz gesteuert wurde. Außerdem haben die Ermittler offenbar eine Antenne an einem Baum in der Nähe des Flugfeldes gefunden. Darüber berichteten unter anderem „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Demnach gehen Fachleute davon aus, dass die Antenne möglicherweise als Signalverstärker genutzt werden sollte, um die Drohne präzise in ihr Ziel zu steuern. Explodiert ist das Fluggerät nicht.
Was ist über den weiteren Fund einer Drohne am Flughafen Leipzig bekannt?
Ermittler haben in unmittelbarer Nähe des Flughafens Leipzig eine weitere Drohne gefunden. Zudem sollen sie Rückstände einer hochexplosiven Substanz entdeckt haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.









