An der Absage eines amerikanischen Manövers in Südkorea fällt vor allem die Begründung auf. Offenbar hat das US-Militär den Irankrieg angeführt. Das geht in der strategischen Bedeutung noch einmal über die Anbiederei Trumps an den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un hinaus, mit der er in der vergangenen Woche eine andere Übung verkürzt hatte.Die Streitkräfteplanung des Pentagon sah in der Vergangenheit vor, dass die Weltmacht in der Lage sein müsse, zwei regionale Kriege gleichzeitig zu führen. In Afghanistan und im Irak erwies sich das als schwierig, obwohl es hier um asymmetrische Konflikte ging.Das Problem der GleichzeitigkeitSchon in Trumps erster Amtszeit lag der Fokus dann stärker auf einem möglichen großen Krieg (gegen China oder Russland). In der jüngsten Ausgabe der Nationalen Verteidigungsstrategie aus diesem Jahr wird die Erwartung deutlich, dass vor allem Amerikas Verbündete zur Stelle sind, wenn das „Problem der Gleichzeitigkeit“ entsteht.Die vergangenen Monate zeigen nun, dass die amerikanischen Streitkräfte schon mit einem Luftkrieg und einer Seeblockade am Golf so ausgelastet sind, dass sie erhebliche Ressourcen aus anderen Weltregionen abziehen müssen. Das betrifft vor allem auch Asien.Die Lehre, die daraus zu ziehen ist, liegt auf der Hand. Nicht nur in Südkorea, auch in Europa muss man sich noch viel schneller und viel gründlicher als bisher auf Szenarien einstellen, in denen der US-Schutzschirm ausfallen könnte.