Die Vereinigten Staaten haben ein geplantes Militärmanöver mit Südkorea abgesagt, erstmals verwiesen sie dabei auf Engpässe im Zusammenhang mit dem Irankrieg. So zumindest sagt es Seoul. Wie ein Sprecher der südkoreanischen Streitkräfte am Montag mitteilte, werde die eigentlich für den September geplante amphibische Landungsübung „Ssangyong“ nicht wie vorgesehen stattfinden.Demnach habe das amerikanische Militär die südkoreanischen Stellen schon im Juni darüber informiert, „dass der Einsatz seiner Streitkräfte in diesem Zeitraum aufgrund der Lage im Nahen Osten eingeschränkt ist“, sagte der Sprecher in Seoul. Er sprach von „einigen zeitlichen Einschränkungen“. Jedoch „stehen das südkoreanische und das amerikanische Marinekorps weiterhin in engem Austausch über die künftige Wiederaufnahme der Übung“, fügte er hinzu. An der 2012 aufgelegten Landeübung „Ssangyong“ nehmen mehr als zehntausend Soldaten beider Seiten teil, sie fand meist alle zwei Jahre statt.Trump betonte „sehr gute“ Beziehungen zu Kim Jong-unZudem hatte Trump seine „sehr guten“ Beziehungen zum nordkoreanischen Herrscher Kim Jong-un betont. Die „Ulchi“-Übung mit simulierten Gefechten gegen Nordkorea sende ein „feindliches“ Signal an Nordkorea, das sich als „nicht bedrohlich und respektvoll“ verhalte, so Trump. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte Trump das „Ulchi“-Manöver 2018 aussetzen lassen, bevor er sich insgesamt dreimal mit Kim zu Gesprächen traf, die letztlich scheiterten.Die Absage als „Vorbote“ von neuen US-PrioritätenDie Absage des Manövers „Ssangyong“ („Zwillingsdrachen“) wiederum wird jetzt erstmals öffentlich mit den amerikanischen Einschränkungen durch den Irankrieg begründet. So führt der nunmehr Monate währende Militäreinsatz am Persischen Golf zu einem weiteren Rückzug der amerikanischen Präsenz in Asien. Die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“ zitierte aus Militärkreisen: „Aufgrund des Irankriegs wurde eine beträchtliche Anzahl von Angehörigen der US-Marine und des US-Marinekorps in den Nahen Osten entsandt, was die USA dazu veranlasste, im Juni Anpassungen des Ausbildungsplans zu beantragen, woraufhin der Termin im Juli abgesagt wurde.“Zudem hieß es aus südkoreanischen Sicherheitskreisen, „die Absage des Ssangyong-Manövers scheint in keinem Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea zu stehen, dient aber als Vorbote der Situation, mit der Südkorea konfrontiert sein könnte, wenn die Interessen der USA mit anderen Regionen verknüpft sind.“ Eine offizielle amerikanische Reaktion auf die südkoreanischen Angaben blieb am Montag zunächst aus.Die Vereinigten Staaten haben aus dem indopazifischen Raum bereits mehrere Tausend Soldaten, ihre dort vorerst letzte verbliebene Flugzeugträgerkampfgruppe, Flugabwehrraketen und mindestens ein amphibisches Angriffsschiff in den Nahen Osten verlegt. An der „Ssangyong“-Großübung hatten in den vergangenen Jahren neben amphibischen Angriffsschiffen auch Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber teilgenommen. Diese werden jetzt offenbar am Persischen Golf gebraucht.Südkoreas Streitkräfte planen für Ende September nun eine eigenständige amphibische Landungsübung in Divisionsstärke, um wenigstens einen Teil der Abschreckung und der eigenen Einsatzbereitschaft auf der koreanischen Halbinsel aufrecht zu halten.
Seoul: USA sagen Großmanöver mit Südkorea wegen Irankrieg ab
Aus Seoul heißt es: Wegen Engpässen durch den Irankrieg sagen die USA eine Militärübung ab. Trump hatte auch Sorge vor „feindlichen“ Signalen an Nordkorea geäußert.











