In Tunesien zwingt die Hitze das Stromnetz in die Knie. Damit fallen nicht nur die Klimaanlagen aus, sondern auch die Wasserversorgung. Die Verzweiflung wächst.
Unzufriedenheit über Strom- und Wasserknappheit treibt die Menschen in Tunis, Tunesien, auf die Straße
Hasan Mrad/imago
Eigentlich schauten viele Tunesier im Frühjahr mit gedämpftem Optimismus auf die kommenden Monate. Zwar hatte der extrem starke Frühjahrssturm „Harry“ im Januar entlang der Küste und auf den Feldern schwere Verwüstungen angerichtet. Doch die darauffolgenden Regenfälle füllten die Stauseen, die für die Trinkwasserversorgung und zur landwirtschaftlichen Bewässerung verwendet werden, auf einen historischen Höchststand.
Aus den Stauseen in Ben Metir an der algerischen Grenze und auf der Halbinsel Cap Bon musste im Februar erstmals sogar Wasser abgelassen werden. Und daran zeigte sich wohl schon, dass sich die Hoffnungen auf einen reibungslosen Sommer, ohne die sonst üblichen Wasserabschaltungen, nicht erfüllen würden. Große Mengen des wertvollen Wassers landete mangels Rohrleitungen im Meer. Landwirte unweit der Speicherseen hingegen mussten Wasser für ihre Tanks ankaufen – und forderten von der Regierung sofortige Maßnahmen, die marode Wasserinfrastruktur anzupassen.










