Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) will für seine Mitglieder wegen des verstärkten Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) zusätzliche freie Tage erstreiten. Auf betrieblicher Ebene fordert die Gewerkschaft „Entlastungstage“ für Bereiche, die von der Einführung von KI und automatisierten Arbeitsmodellen betroffen sind. Der Ansatz verstehe zusätzliche freie Zeit als Wertschöpfungsausgleich. Wenn Technologie bisherige Routinevorgänge ablöse und die Produktivität erhöhe, müsse ein Teil dieses Gewinns auch bei den Beschäftigten ankommen.Automatisierung verändere den Arbeitsmix. Standardfälle würden häufiger technisch erledigt, während bei Beschäftigten überproportional Ausnahmefälle, Beschwerden und Kontrollaufgaben verbleiben würden, so DBV-Verhandlungsführer Wolfgang Ermann.„Ich erlebe in Banken seit Jahren, dass Automatisierung nicht automatisch weniger Belastung bedeutet. Die einfachen Vorgänge verschwinden zuerst. Beim Menschen landet am Ende das, was die Maschine nicht kann oder der Kunde allein nicht lösen konnte“, sagte Ermann. „Die unkomplizierten Kundenkontakte werden dadurch seltener, während herausfordernde und komplexe Aufgaben bleiben. Hierauf müssen wir geeignete Antworten finden.“Zudem fordert die DBV 9,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Sie verweist dazu auf die Milliardengewinne von Deutscher Bank und Commerzbank. Gleichzeitig sei der Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre noch nicht vollständig aufgeholt worden. Der gesamtwirtschaftliche Reallohnindex habe 2025 trotz zweier Erholungsjahre noch nicht das Niveau von 2019 erreicht. Das verbreitete Bild vom hochbezahlten Banker hat laut DBV mit der Einkommensrealität von Tarifbeschäftigten wenig gemein. Sogar langjährig Mitarbeiter würden in den für die große Mehrheit relevanten Tarifgruppen Monatsgehälter von rund 4200 bis 5900 Euro brutto erhalten, was ein eher typischer Verdienst in Deutschland sei.Die Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe sollen am 8. Oktober in Berlin beginnen. Weitere Termine sind für den 2. November im Raum Frankfurt und den 23. November in Berlin vorgesehen.