Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) will für seine Mitglieder zusätzliche freie Tage wegen des vermehrten Einsatzes künstlicher Intelligenz erreichen. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, argumentiert die Gewerkschaft dabei in zwei Richtungen: Wenn KI bisherige Routinevorgänge automatisiere und die Produktivität steige, müsse ein Teil dieses Gewinns auch bei den Beschäftigten ankommen. Außerdem würden Standardfälle häufiger technisch erledigt, während bei den Beschäftigten zunehmend die aufwendigen Ausnahmefälle, Beschwerden und Kontrollaufgaben auflaufen. Hier seien „Entlastungstage“ nötig.

„Ich erlebe in Banken seit Jahren, dass Automatisierung nicht automatisch weniger Belastung bedeutet. Die einfachen Vorgänge verschwinden zuerst. Beim Menschen landet am Ende das, was die Maschine nicht kann oder der Kunde allein nicht lösen konnte“, zitiert die SZ den DBV-Verhandlungsführer Wolfgang Ermann. „Die unkomplizierten Kundenkontakte werden dadurch seltener, während herausfordernde und komplexe Aufgaben bleiben. Hierauf müssen wir geeignete Antworten finden.“ Abgesehen davon fordern die Gewerkschaftler ein Lohnplus von 9,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

In der Frage, wer von einem möglichen KI-Produktivitätsplus profitiert, ist oft die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen zu hören, das eventuelle Verwerfungen am Arbeitsmarkt ausgleichen soll. Unter anderem setzen sich US-Tech-CEOs wie Elon Musk und Sam Altman dafür ein, in Deutschland sprach sich etwa Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) dafür aus. Mit der Forderung nach freien Tagen geht die DBV einen anderen Weg. Sie will eigener Aussage nach kein Verhinderer des Fortschritts sein, aber einen „Weg der sozialen Gestaltung von KI“ mit modernen Tarifverträgen beschreiten.