Am Sonntagmorgen bilden sich vor einem Wahllokal im futuristischen Regierungsviertel von Astana erste Schlangen. Eine Juniorenfußballmannschaft aus der kasachischen Hauptstadt will dem regnerischen Wetter trotzend nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ganz früh dabei sein, bei den ersten Wahlen des Kurultai, des neuen kasachischen Einkammerparlaments.
Die Jungs, die wohl wie der neue kasachische Superstar Dastan Satpayev irgendwann bei Chelsea London landen wollen, witzeln herum und schauen doch recht überrascht mit großen Augen auf das gute Dutzend Journalisten und Wahlbeobachter aus West und Ost. „Von wo kommen Sie und was machen Sie hier?“, fragt einer ganz unverblümt. Für die insgesamt gut 40 kasachischen Jugend-Athleten ist es die erste Wahl in ihrem Leben.
Die Mädchen derselben Fußballmannschaft wirken da weitaus entspannter – die Blicke tief in ihre Smartphones versenkt. Es wird sich über ein Meme eines jüngst in der kasachischen Steppe ausgewilderten Tigers lustig gemacht. Ist das alles von staatlichen Stellen organisiert? Den Reportern und Wahlbeobachtern ist das herzlich egal, sie haben ihre Kameras längst auf all die Jugendlichen gerichtet, die sich vor dem Wahllokal drängeln.













