Camouflagemuster auf Kleidern – viele Menschen überstehen keine Saison ohne sie. Getty Images Mein Mitbewohner hat sich eine Hose mit Camouflagemuster gekauft. Für ihn sei wichtig, dass die Hose passe, super verarbeitet sei und dass der Preis stimme. Das Muster sei eine Zeitlang angesagt gewesen. Ich finde es in Anbetracht der Weltlage nicht sensibel, in diesem militärisch anmutenden Look herumzulaufen. Was denken Sie? – Monika E., ohne OrtLiebe Monika, ich vermisse die vorpandemische Schläfrigkeit, als wir Kriege ausblenden und wegbrunchen konnten. Aus diesem Mindset heraus entstanden in den nuller Jahren auch die olivgrünen Cargohosen, am besten mit Aufdruck am Hintern, «sexy», in Fraktur. Die Ruhe ist vorbei: Die Gasrechnung liegt als Empfangsbestätigung für den Ukraine-Krieg in den Briefkästen, die Bilder aus Gaza können keinen fühlenden Menschen mehr an Mode denken lassen.Gleichzeitig möchte ich anmerken, dass Krieg, Mode und Lifestyle immer unzertrennbar verwoben sind: Das Handy-GPS stammt aus dem Verteidigungsministerium der USA, das es in den Siebzigern zur Raketensteuerung nutzte. Dann die Modeklassiker wie der wortwörtliche Trenchcoat, die Bomberjacke, die Ray-Ban-Brille, die Army-Jacken. Es ist schwierig, sich ganz pazifistisch auszustatten. Zudem halte ich wenig davon, einzelne Personen für die Militarisierung Europas verantwortlich zu machen.Welches stilistische oder zwischenmenschliche Dilemma beschäftigt Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Wir freuen uns über Ihre Zuschrift: [email protected] Namen können geändert oder anonymisiert werden. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.