Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesSelenskij begeht Unabhängigkeitstag mit Kampfansage an PutinNorwegen sagt Ukraine für 2027 weitere Milliardenhilfe zuGroßbritannien teilt Geheiminformationen zur Produktion von Langstreckenraketen mit UkraineDrei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt CharkiwSelenskij weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurückLorenz ZeckEU-Kommission genehmigt weitere 6,1 Milliarden Euro RüstungshilfeDie Europäische Kommission hat neue Rüstungsbeschaffungen für die Ukraine im Wert von 6,1 Milliarden Euro genehmigt. Die Mittel sind "für die dringend benötigten Luft- und Raketenabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radarsysteme" bestimmt, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X mitteilte.Die Genehmigung erfolge vor dem Hintergrund einer Verschärfung der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden. Immer wieder hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij die fehlenden Luftabwehrraketen beklagt.Die Finanzhilfen sind Teil eines neuen Unterstützungsdarlehens im Umfang von bis zu 90 Milliarden Euro. Es wird in mehreren Tranchen ausgezahlt und soll der Ukraine die Fortsetzung ihres Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und das Land vor einer Staatspleite bewahren. Laut Kommissionsangaben waren zuvor schon Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden. Davon wurden bereits 8,35 Milliarden Euro ausgezahlt. Gegenseitige Angriffe auf Schiffe und HafeninfrastrukturDas ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben bei einem Angriff in der Nacht ein russisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 sowie zwei russische Schiffe im Schwarzen Meer getroffen. Bei den Schiffen handelt es sich um einen Tanker und einen Massengutfrachter, wie der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf der Nachrichten-App Telegram mitteilte. Das russische Militär hat derweil nach eigenen Angaben einen Tanker mit Treib- und Schmierstoffen für ukrainische Truppen in der Nähe von Odessa getroffen. Das Schiff habe sich im Hafen von Piwdennyj befunden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zudem seien Anlagen der Hafeninfrastruktur getroffen worden, die zum Entladen und Lagern von militärischen Gütern genutzt würden. Eine Stellungnahme der Ukraine dazu liegt nicht vor. Russland greift oft Hafeninfrastruktur in Odessa und Umgebung an, was den für Öl- und Getreideexporte wichtigen Schiffsverkehr im Schwarzen Meer beeinträchtigt.Lorenz ZeckWadephul will Rubio in Telefonat zu neuer Initiative bringenBundesaußenminister Johann Wadephul will nach eigenen Angaben am heutigen Montag mit seinem US-Kollegen Marco Rubio telefonieren und ihm Eindrücke seiner jüngsten Reise in die Ukraine schildern. Er wolle Rubio bitten, im Sinne der Ukraine persönlich aktiv zu werden, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Die US-Diplomatie sei in dieser Hinsicht bisher im Wesentlichen in den Händen der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff gewesen. "Möglicherweise kann ich ihn (Rubio) selber auch veranlassen, dort noch mehr zu machen, aber wir werden auch auf anderen Wegen versuchen, jetzt Gespräche anzustoßen." Es gebe eine Reihe anderer Länder wie die Türkei, viele Golfstaaten und Ägypten, die "einen engeren Gesprächskontakt als praktisch alle Europäer zu Russland haben".Ulrike PutzNorwegen sagt Ukraine für 2027 weitere Milliardenhilfe zuNorwegen plant für das Jahr 2027 weitere Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von 85 Milliarden norwegischen Kronen (9,2 Milliarden Dollar). Das teilt die Regierung in Oslo mit. Die Summe entspreche den Zuwendungen des Jahres 2026 und sei für militärische sowie humanitäre Zwecke vorgesehen, erklärt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei einem Besuch in Kiew. Unabhängig davon vereinbaren Finnland und die Ukraine eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von unbemannten Systemen, wie das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij auf der Plattform X mitteilt. Geplant ist unter anderem ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Überwasserschiffe.Ulrike PutzGroßbrand und zwei Tote nach Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in SüdrusslandNach einem Drohnenangriff ist in einem Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar ein Großbrand ausgebrochen. Der Betrieb sei eingestellt worden, teilt das Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Nachdem anfangs keine Opfer gemeldet wurden, berichteten russische Medien später, dass bei dem Angriff zwei Kinder getötet worden sein. Bei der Attacke in der Nacht auf Montag seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Sieben weitere Kinder seien verletzt worden, hieß es unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew. Auch zwei Erwachsene wurden demnach ins Krankenhaus gebracht. Die russischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.Ulrike PutzGroßbritannien teilt Geheiminformationen zur Produktion von Langstreckenraketen mit UkraineDer britische Premierminister Andy Burnham kündigt vor seinem Antrittsbesuch in der Ukraine Unterstützung für die dortige Produktion von Langstreckenraketen an. "Die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit", erklärte Burnham.Großbritannien erlaube dem europäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers Scalp weiterzugeben, teilt Burnhams Büro mit. Dies solle Frankreich und der Ukraine helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen. Kiews Militär nutzt die von Großbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Großbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie.Burnham wird in Kiew unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zusammentreffen und eine Sitzung der sogenannten Koalition der Willigen leiten, einer Gruppe von Unterstützerstaaten der Ukraine.Ulrike PutzDrei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt CharkiwBei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.Selenskij weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurückDie Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij keine Rolle bei der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines gespielt und kooperiert bei den Ermittlungen. „Die Ukraine hat sich nie offiziell an Operationen zur Sprengung der Nord-Stream-2-Pipeline beteiligt“, sagt er vor Journalisten in Kiew. Die Erdgasleitungen Nord Stream 1 und 2 zwischen Russland und Deutschland wurden im September 2022 durch Explosionen beschädigt. Derzeit befinden sich zwei ukrainische Verdächtige wegen des Verdachts der Mitwirkung in Untersuchungshaft. Selenskij rechnet mit russischer Mobilisierung Russland plant nach Einschätzung der Ukraine die Mobilisierung von 300 000 weiteren Soldaten nach den Parlamentswahlen im September. Das sagt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij zu Journalisten. Zudem könnte Russland seinen Worten zufolge 2027 Hunderttausende weitere Soldaten einziehen, um den Rest der ostukrainischen Region Donezk zu erobern.Selenskij lehnt Wahlen in Kriegszeiten weiter ab: Wäre ein „Tsunami“Mit Blick auf die jüngsten Forderungen nach Wahlen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij seine Haltung bekräftigt, dass diese in Kriegszeiten nicht möglich seien. „Wahlen zum jetzigen Zeitpunkt wären wie ein Tsunami für den Staat, der die Ukraine spalten würde“, sagte Selenskij. „Deshalb besteht meine Strategie darin, das Land bis zum Ende des Krieges zu führen und einen unabhängigen und souveränen Staat zu bewahren.“Vor ein paar Tagen hatte der im Juli als Verteidigungsminister entlassene populäre ukrainische Politiker Mychajlo Fedorow auf Wahlen gedrängt – trotz des laufenden Krieges mit Russland. „Die Demokratie darf keine Geisel Russlands sein. Wir kämpfen eben deswegen, weil wir ein freier europäischer Staat sein wollen“, hatte Fedorow in einer Videobotschaft erklärt. Der Staat müsse einen „gesetzlichen, sicheren und realistischen Mechanismus“ für einen Urnengang trotz des andauernden Krieges finden.Selenskij hob nun hervor, dass es bereits im vorigen Jahr Druck von verschiedenen Seiten gegeben habe, Wahlen abzuhalten. Wenn die Partner im Westen Vorschläge hätten, wie eine Abstimmung für Millionen ukrainische Kriegsflüchtlinge im Ausland und für die Menschen im Frontgebiet organisiert werden könne, dann sei er bereit, darüber zu reden. Niemand aber habe bisher konkrete Vorschläge gemacht, wie die Sicherheit bei solchen Wahlen garantiert werden könne.Zuletzt wurde in der Ukraine im Jahr 2019 gewählt. Russland hält vom 18. bis 20. September eine Parlamentswahl ab – auch in den von Moskau kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson. Selenskij erwartet 30 Milliarden Euro von EU für AbwehrDie Ukraine braucht nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenskij dringend Milliarden zur Finanzierung des Abwehrkampfes gegen Russlands Angriffskrieg. Kiew erwarte von der EU 30 Milliarden Euro für die Verteidigungsausgaben, sagte er im Gespräch mit Journalisten in Kiew. „Sie werden für die Verteidigung des ganzen Landes gebraucht“, erklärte er. Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine Lücke von 27 Milliarden Dollar (ungefähr 23 Milliarden Euro).Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die Gehälter der Soldaten, die Kompensationen für die Familien der Gefallenen und andere Ausgaben zu bezahlen, sagte Selenskij. Etwa wegen der Produktion von Drohnen sei zusätzliches Geld nötig „Ein bedeutender Betrag ist erforderlich. Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen“, sagte er.Zugleich verwies Selenskij auf Erfolge. So hätten Kiews Streitkräfte seit Jahresbeginn 820 Quadratkilometer Fläche befreit, darunter fast komplett das Gebiet Dnipropetrowsk. Dort seien nur noch etwa zehn Quadratkilometer, drei Ortschaften, nicht unter komplett unter Kiews Kontrolle, sagte der Präsident. Von unabhängiger Seite waren die Angaben bisher nicht überprüfbar.Selenskij räumte auch ein, dass Russland seit Jahresbeginn 990 Quadratkilometer Fläche okkupiert habe. Er erwartet, dass Kiew den Russen bis Jahresende weitere Flächen wieder entreißen werde. Selenskij schloss zugleich erneut aus, dass die Ukraine sich freiwillig aus dem Donbass zurückzieht. Moskau nannte dies als Bedingung für einen Waffenstillstand.Russland: Erneut Lager von Onlinehändler Ozon beschädigtBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Orenburg sind nach Angaben aus Russland Trümmerteile auf zwei Industrieanlagen gestürzt, darunter ein Lagerhaus des Onlinehändlers Ozon. Die Luftabwehr habe sechs Drohnen über der Region abgefangen, teilte Gouverneur Jewgeni Solnzew mit. Verletzte gebe es keine. Ozon teilte mit, mehr als 300 Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht und der Betrieb im Logistikzentrum eingestellt worden.Am Samstag war ein Ozon-Zentrum in der Region Samara von einer Drohne getroffen worden. Es handelte sich um die erste Attacke auf den zweitgrößten Onlinehändler Russlands. In den vergangenen Wochen war der größere Konkurrent Wildberries bereits Ziel von Drohnenangriffen gewesen.Insgesamt hat die Luftabwehr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht 328 ukrainische Drohnen abgeschossen.Ulrike PutzWadephul in Kiew: „Stärke des Rechts muss sich durchsetzen“Viereinhalb Jahre nach Russlands Invasion in die Ukraine sieht Bundesaußenminister Johann Wadephul die Ukraine klar auf Siegeskurs. „Putin muss wissen, gemeinsam mit ihren Unterstützern hat die Ukraine den längeren Atem auf dem Weg zum eigentlichen Ziel: endlich Frieden“, sagte der CDU-Politiker während seines Besuchs in Kiew.Wie der Krieg ende, sei eine entscheidende Frage für die Zukunft Europas. „Und er muss so enden, dass nicht das Recht des Stärkeren sich durchsetzt, sondern dass die Stärke des Rechts sich durchsetzt“, sagte der Minister. Wadephul erklärte zudem, dass er schon nächste Woche weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriots zu bewegen. Zu den möglichen Lieferanten zählen Griechenland, Italien, Japan und Südkorea. Die Bundeswehr hat schon fünf Systeme an die Ukraine abgegeben und sieht eigentlich keine Möglichkeit mehr, aus ihren eigenen Beständen zu liefern. Die Bundeswehr habe alles mobilisiert, was möglich war, und sei an ihre Reserven herangegangen, sagte Wadephul. Er regte aber an, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Bestände noch einmal prüft.Wadephul befindet sich nach wie vor in der Ukraine, sein weiteres Programm wurde nicht veröffentlicht.Mehr ladenTickarooLive Blog Software