Neue russische Angriffe am ukrainischen UnabhängigkeitstagAm ukrainischen Unabhängigkeitstag ist infolge neuer russischer Angriffe mindestens ein Zivilist in der Stadt Pawlohrad getötet worden. In der Industriestadt seien zwei Menschen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Autos seien abgebrannt und Fensterscheiben in Mehrfamilienhäusern geborsten. Zur eingesetzten Waffe machte er keine Angaben.Parallel dazu wurden nach Behördenangaben bei einem Drohnenangriff auf das Zentrum der nordostukrainischen Großstadt Tschernihiw mindestens 20 Menschen verletzt. Zwei Frauen seien mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Militärgouverneur Wjatscheslaw Tschaus mit. Ein Mehrfamilienhaus sei beschädigt worden. Bei einer weiteren Drohnenattacke im Gebiet Tschernihiw sind zudem in der Stadt Mena Polizeiangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt worden.Am 24. August jährt sich zum 35. Mal der Tag der Unabhängigkeitserklärung des osteuropäischen Landes von der Sowjetunion.Selenskyj: Große Skepsis, ob Putin verhandeln will „Priorität hat die Flugabwehr“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Ratspräsident António Costa, dem britischen Premierminister Andy Burnham und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb in Kiew. Kurz zuvor wurde der Ukraine von ihren europäischen Partnern weitere Unterstützung im Krieg mit Russland zugesagt. Selenskyj dankte Finnland gesondert für neue Zusicherungen bei der Flugabwehr. Zudem habe es vor dem nächsten Kriegswinter neue Zusagen von den Partnern für Hilfen im Energiebereich und der Produktion von Drohnen gegeben.Thema der Gespräche seien auch mögliche Friedensverhandlungen mit Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin gewesen. „Es gibt bei vielen Staats- und Regierungschefs Skepsis dahingehend, dass Putin zu irgendwelchen Verhandlungen bereit ist“, sagte Selenskyj. Ein neues Treffen der „Koalition der Willigen“ sei für den September geplant.Putin ermächtigt Staat zur Übernahme schlecht geschützter Infrastruktur Der russische Präsident Wladimir Putin hat die ​Behörden per Dekret ermächtigt, die Kontrolle über unzureichend geschützte kritische Infrastrukturen ⁠zu übernehmen. Damit reagiert Putin auf die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe etwa auf Ölraffinerien und Logistikzentren. Die Regelung erlaubt es, Vermögenswerte sowie Eigentumsrechte unter vorübergehende ‌staatliche Zwangsverwaltung zu stellen, wenn die Betreiber ihre Schutzpflichten verletzen oder Schäden nach Angriffen zu langsam beheben, hieß es in dem ‌am Montag veröffentlichten Erlass.Betroffen ‌sind unter anderem Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr, Logistik und Kommunikation, die für die Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität des Landes von zentraler Bedeutung ​sind. Die Ukraine hat ⁠zuletzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Logistikzentren verstärkt. Unter anderem wurden seit dem 18. Juli ​mindestens 24 Lagerhallen des Online-Händlers Wildberries attackiert, wodurch erhebliche Kapazitäten ausfielen. Am Montag ⁠teilte zudem der zweitgrößte ‌russische Online-Händler Ozon mit, dass vier seiner Logistikzentren im Süden Russlands Ziel ukrainischer Angriffe geworden seien.Putin hatte die Regierung in der vergangenen ⁠Woche angewiesen, ein ⁠Wiederaufbauprogramm für beschädigte Gewerbe- und Lagerhallen aufzulegen. Vor allem die Attacken auf Raffinerien ⁠werden ​in Russland ⁠zunehmend zu einem Problem. Ein Mangel ​an Benzin und Diesel sorgt in ‌der Bevölkerung für Unmut. An Tankstellen bilden sich vielerorts lange Schlangen, mitunter ist ​die Abgabe von Treibstoff bereits ​rationiert. Britischer Premier Burnham fordert mehr Flugabwehr für Ukraine Der britische Premierminister Andy Burnham ruft die Verbündeten der Ukraine dazu auf, dem Land mehr Flugabwehrsysteme aus eigenen Beständen bereitzustellen. „Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun“, sagt Burnham zu Beginn eines Treffens der sogenannten Koalition ​der Willigen. Der russische Präsident Wladimir Putin hoffe darauf, durch Angriffe auf ukrainische Zivilisten mit ballistischen Raketen den Krieg zu gewinnen. „Dies darf niemals zum Sieg führen.“ Zudem fordert Burnham schärfere Sanktionen gegen russische Öl- und Flüssigerdgas-Exporte (LNG), um den Druck auf Moskau zu erhöhen. Selenskyj: Ukraine erhält Kriegsgefangene zurück Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zehn als vermisst geglaubte Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückerhalten. Die Angehörigen der Streitkräfte und der Nationalgarde seien bei einer über Belarus organisierten Sonderphase des Gefangenenaustausches in die Heimat zurückgekehrt, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er veröffentlichte Fotos der in ukrainische Flaggen gehüllten Männer. Die Ukraine feiert gerade den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit.„Sie haben das Land an der Front im Raum Donezk verteidigt. Sie alle galten als vermisst. Und es ist sehr wichtig, dass es uns gelungen ist, sie zurückzuholen“, sagte Selenskyj. Details nannte er nicht. Weil er von einem Austausch sprach, dürfte auch die russische Seite Gefangene zurückerhalten haben. Nach Medienberichten erhielt Moskau ebenfalls zehn Soldaten zurück. Eine offizielle russische Bestätigung stand noch aus.Die Ukraine und Russland hatten in ihrem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg immer wieder Gefangene ausgetauscht – meist eine gleich hohe Zahl auf beiden Seiten. Tausende Soldaten kamen auf diesem Weg schon in Freiheit. Bei solchen humanitären Aktionen übergeben die Kriegsparteien auch immer wieder die Überreste von Gefallenen. Feierlichkeiten auf dem Sophienplatz in Kiew Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit seines Landes internationale Gäste auf dem Sophienplatz in Kiew empfangen. Zu ihnen gehörten der britische Premierminister Andy Burnham, die Staats- und Regierungschefs von Luxemburg, Lettland, Moldau, Litauen, Finnland und Estland sowie EU-Ratspräsident António Costa. In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer auch der Opfer des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs. Die Ukraine hatte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt.Seit genau viereinhalb Jahren wehrt sich die Ukraine mit westlicher Unterstützung gegen den groß angelegten und völkerrechtswidrigen russischen Angriff. Die von den USA geführten Friedensgespräche sind ins Stocken geraten, weil sich die Ukraine weigert, Gebiete abzutreten, und Putin an seinen Maximalforderungen festhält. Die Kämpfe toben entlang einer rund 1.200 Kilometer langen Frontlinie, vor allem im Osten der Ukraine.Wadephul plant diplomatischen Vorstoß in USA Bundesaußenminister Johann Wadephul hat einen neuen diplomatischen Anlauf zur Beendigung des Krieges ankündigt. Der CDU-Politiker sagte ​am Montag im Deutschlandfunk, er wolle noch im Laufe des Tages mit US-Außenminister Marco Rubio telefonieren, um ihm Eindrücke seiner jüngsten Ukraine-Reise zu schildern und ihn zu bitten, im Sinne der Ukraine persönlich aktiv zu werden. Bislang sei die US-Diplomatie im Wesentlichen in den Händen der Gesandten Jared Kushner und ⁠Steve ‌Witkoff gewesen.Wadephul betonte, Russland werde sich militärisch nicht wie von Putin geplant durchsetzen können. Er wolle diesen Herbst nutzen, um „alles zu versuchen, dass wir eine diplomatische Lösung finden können – mindestens erstmal einen Waffenstillstand.“ Zudem spreche die Bundesregierung mit Ländern wie der Türkei, Ägypten und den Golfstaaten, die engere Kontakte zu Russland pflegten. Wadephul warb zudem bei Ländern wie Südkorea und Griechenland für die Lieferung von Patriot-Flugabwehrmunition an die Ukraine, erklärte jedoch, er habe noch keine Zu- oder Absagen erhalten. Die Bundeswehr habe bei ihren Lieferungen die Grenze ⁠des Verantwortbaren erreicht. Selenskyj erteilt Kapitulation Absage – Frieden nicht zu jedem PreisDie Ukraine strebt nach den ​Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Frieden an, dies aber nicht zu dem Preis einer bedingungslosen Kapitulation. „Die Ukraine will unbedingt Frieden, doch sie ist nicht bereit, sich einfach zu ergeben“, sagte Selenskyj am Montag in einer Videobotschaft vor dem ⁠Kiewer St.-Michaels-Kloster anlässlich des 35. Jahrestags der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion. Selenskyj wies die russische Forderung nach einer Abtretung des verbliebenen Teils der ostukrainischen Donbass-Region zurück. Dies werde die russische Aggression nicht ‌aufhalten. „All dies wird von der Zwangsvorstellung einer einzelnen Person angetrieben, dass die Ukraine ‌nicht existieren darf“, sagte Selenskyj mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Der Kreml ist davon besessen.“ Putin fordert, dass die Ukraine die noch von ihr gehaltenen Gebiete in den Regionen Donezk und Luhansk abtritt. „Die Ukraine ist anders, und sie gibt nicht her, was ihr gehört“, sagte Selenskyj.EU finanziert Kiew den Kauf des Abwehrsystems SAMP/TAnlässlich des Treffens der Koalition der Willigen in Kiew hat die EU-Kommission am Montag weitere 6,1 Milliarden Euro an Waffenhilfe aus dem Ukrainekredit für Kiew freigegeben. Damit sollen nun erstmals Fähigkeiten zur Abwehr ballistischer Raketen finanziert werden, welche das Land dringend benötigt. „Angesichts der zunehmenden Angriffe Russlands verstärken wir unsere Bemühungen, um der Ukraine dabei zu helfen, ihre Bevölkerung zu schützen und ihren Luftraum zu verteidigen“, teilte die Präsidentin Ursula von der Leyen mit. Nach F.A.Z.-Informationen wird die ukrainische Regierung einen Teil der Summe zum Kauf von mehreren Batterien des französisch-italienischen Typs SAMP/T und der zugehörigen Aster-Lenkflugkörper einsetzen. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatten sich auf ein solches Geschäft im Juli verständigt und es kürzlich konkretisiert. Mit der Zusage von Montag beläuft sich die freigegebene Summe für Militärhilfe nunmehr auf gut 22 Milliarden von insgesamt 28,3 Milliarden Euro, die für dieses Jahr zur Verfügung stehen. Insgesamt wurden, wie ein Kommissionssprecher gegenüber der F.A.Z. präzisierte, elf Produktpläne für militärisches Gerät genehmigt: etwa für verschiedene Drohnentypen, für Kampfflugzeuge, für Lenkflugkörper und für Radarsysteme. Ausgezahlt wird das Geld erst, wenn die Ukraine entsprechende Lieferverträge geschlossen und diese bei der EU-Kommission zur Prüfung eingereicht hat. Das trifft momentan für einen Betrag von 8,5 Milliarden Euro zu. Im September dürfte die EU-Kommission erstmals auch Geld aus dem Kredit für den Erwerb von amerikanischen Patriot-Systemen und den zugehörigen Lenkflugkörpern freigeben. Dafür ist eine Ausnahmegenehmigung der Mitgliedstaaten nötig, weil das Geld im Regelfall der europäischen Rüstungsindustrie zugutekommen soll. Intern wird mit einer breiten Zustimmung gerechnet, weil Frankreich und Italien mit der aktuellen Tranche ihren Anteil an den Mitteln erhalten. Kiew am Unabhängigkeitstag Die Ukraine feiert heute den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Im Zentrum der Hauptstadt sieht man am Montagmorgen Menschen, die Wyschywankas tragen, eine ukrainische Tracht für festliche Anlässe. In der Nacht zuvor wurden Gebäude mit der Nationalflagge angestrahlt. Nächtliche Raketeneinschläge gab es nicht. Viele Kiewer sind der Meinung, dass Russland weniger intensiv angreift, wenn hochrangige ausländische Gäste in der Stadt sind. Burnham reist nach KiewAm Montagmorgen ist der britische Premierminister Andy Burnham in Kiew angekommen. Es ist die erste internationale Reise des Labour-Politikers, seitdem er vor mehr als einem Monat das Amt des Regierungschefs in London übernommen hat. Kurz danach hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Burnham bereits in Großbritannien besucht. Nun reiste Burnham gemeinsam mit anderen Gästen im Zug an, etwa EU-Ratspräsident António Costa.Großbritannien werde trotz „unerhörter Drohungen“ aus Moskau die Ukraine weiterhin in ihrem Abwehrkampf unterstützen, sagte er nach seiner Ankunft in einer Ansprache. „Das ist der Moment, um den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten, der Moment um ihre Fähigkeiten zur Finanzierung dieses illegalen Kriegs zu beschränken.“ Die Ukraine sei Europas Beschützer, keine Last.Sebastian GubernatorMerz: „Wir stehen fest an der Seite der Ukraine“Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Ukraine am 35. Jahrestag der Unabhängigkeit die weitere Unterstützung Deutschlands im Krieg gegen Russland zugesichert. „Wir stehen fest an der Seite der Ukraine“, sagte Merz in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Die Ukrainerinnen und Ukrainer verteidigten „mit beeindruckendem Mut“ seit Jahren „die Unabhängigkeit ihres Landes gegen den brutalen russischen Angriffskrieg“. Sie zeigten „damit der gesamten Welt, was es heißt, für Freiheit und für einen gerechten Frieden einzustehen“. Merz und andere Staats- und Regierungschefs der sogenannten Koalition der Willigen beraten heute über die weitere Unterstützung der Ukraine. Nach Angaben eines EU-Vertreters werden rund zehn Teilnehmer für das Treffen nach Kiew reisen, unter ihnen EU-Ratspräsident António Costa und der neue britische Premierminister Andy Burnham. Merz und andere Teilnehmer sind per Video-Übertragung zugeschaltet.Sebastian GubernatorSüdkorea: Nordkorea will weitere Truppen nach Russland schickenNordkorea bereitet nach ​südkoreanischen Erkenntnissen die Entsendung weiterer Truppen nach Russland vor. Es gebe jedoch keine Anzeichen dafür, dass eine solche Verlegung unmittelbar bevorstehe, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul auf Anfrage ⁠eines südkoreanischen Abgeordneten mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland vor gut zwei Wochen vorgeworfen, den Kriegseinsatz nordkoreanischer Soldaten vorzubereiten. Demnach sollten 30.000 bis 50.000 Nordkoreaner auf russischem Territorium stationiert werden. Die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, hatte Selenskyjs Angaben zurückgewiesen. Nordkorea und Russland haben ihre militärische Zusammenarbeit seit dem russischen ‌Einmarsch in die Ukraine Anfang 2022 vertieft. So entsandte Nordkorea 2024 rund 14.000 Soldaten, um an der Seite Russlands in der Grenzregion Kursk zu kämpfen. Dort waren überraschend ukrainische Truppen einmarschiert.Mehr ladenTickarooLive Blog Software